60. Frankfurter Buchmesse eröffnet / Orhan Pamuk und Gottfried Honnefelder redeten Klartext, Steinmeier eher nicht

Keine Sonntagsrede zur Buchmesse-Eröffnung gestern, eher eine Gardinenpredigt: In der Türkei ist z.B. das Videoportal „YouTube“ gesperrt. Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk kritisierte zur Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt scharf die mangelnde Meinungsfreiheit in seinem Land. Damit ist die Buchmesse eröffnet, bei der die Türkei das Gastland ist. Präsident Gül dürften die Ohren geklingelt haben.

Auch der Vorsteher des Börsenvereins Gottfried Honnefelder nahm kein Blatt vor den Mund und beklagte sich über das Unverständnis, mit der die Politik seine Branche „der Piraterie“ ausliefere, ohne die Folgen zu bedenken. Gemeint ist die Gefahr, dass die Urheberrechte der Autoren und Verlage durch das Internet zunehmend ausgehöhlt werden. Eine Entwicklung, die den Verlegern mit den digitalen Tauschbörsen für Hörbücher im Netz in den vergangenen Jahren sehr bewusst wurde – und die sie nun, nachdem eine neue Generation von tatsächlich praktikablen E-Books auf den Markt drängen, in Alarm versetzen.

Doch zeigen sich die Politiker bei diesem Thema ähnlich interessiert wie noch bis vor kurzem an den Dingen der internationalen Finanz – was das gebracht hat, kann man derzeit noch in der letzten Provinzgazette nachlesen. Aber Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte wenig Sinn für die berufsständischen Klagen der Verleger, sondern redete lieber über grundlegendere Themen.

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