Argentinien wird 2010 Gastland der Frankfurter Buchmesse

Argentinien wird das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2010 (6.-10. Oktober). Ein entsprechender Vertrag wurde gestern im Rahmen der Buchmesse Buenos Aires von Luis Enrique Cappagli, Generaldirektor im argentinischen Außenministerium, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, unterzeichnet.

„Es freut mich sehr, dass wir nach Mexiko 1992 und Brasilien 1994 nun erneut ein lateinamerikanisches Land als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse erleben werden“, sagte Juergen Boos bei der Vertragsunterzeichnung. „Mit der Wahl ihres Gastlands 2010 zeigt die Frankfurter Buchmesse ihre Wertschätzung der lokalen Verlagsbranche und der großen literarischen Tradition der argentinischen Schriftsteller“, heißt es in einer Pressemitteilung der argentinischen Regierung.

Die argentinische Buchbranche ist nach der ökonomischen Krise des Landes 2002 in den letzten Jahren wieder auf Erholungskurs. 2006 wurden 19.426 Novitäten (Auflage: 71 Millionen Exemplare) gemeldet, 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor (17.359 Neuerscheinungen, 59 Millionen Exemplare). 2002 waren es nur 9.537. 2004 betrug der Umsatz der produzierenden Verlagsbetriebe ohne den Buchhandel rund 300 Millionen argentinische Pesos. Es gibt etwa 300 Verlage, gut 60 Prozent davon sind in Buenos Aires, weitere 17 Prozent in der Provinz Buenos Aires angesiedelt.

Zu den bekanntesten argentinischen Autoren gehören Jorge Luis Borges und Julio Cortázar. Aber auch in der Gegenwartsliteratur des Landes gibt es literarische Talente zu entdecken wie Eduardo Belgrano Rawson und Martín Kohan, von denen bereits Titel in deutscher Übersetzung erschienen sind. Ebenso Claudia Piñeiro, die für ihren Titel „Las viudas de los jueves“ 2005 mit dem Premio Clarín ausgezeichnet wurde und César Aira.

Die argentinischen Partner hatten sich unter anderem genau für 2010 um den Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse beworben, weil in diesem Jahr das 200. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung vom 25. Mai 1810 gefeiert wird.

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