AuM mit Fazit über London Book Fair: gute Stimmung, aber weniger Besucher

Gute Stimmung, gute Gespräche, doch insgesamt spürbar weniger internationale Besucher: So lautete vielerorts das Fazit zur London Book Fair, die am Mittwoch nach drei Tagen zu Ende ging – und das ist auch das Fazit der Ausstellungs- und Messe GmbH (AuM) in ihrer Pressemeldung über die Messe.

„Es waren weniger Kontakte als im Vorjahr, aber für uns immer noch zufriedenstellend“, sagte Sigrun Wagner vom Eugen Ulmer Verlag, der am Deutschen Gemeinschaftsstand präsent war. „In der Halle selbst waren allerdings spürbar weniger Besucher unterwegs. Manche unserer größeren Kunden haben die London Book Fair in diesem Jahr ausfallen lassen, nach Frankfurt werden sie dann aber wieder kommen.“

Nach Angaben der Messeveranstalter präsentierten sich in diesem Jahr 1.620 Aussteller aus 54 Ländern auf dem Messegelände Earl’s Court (2008: 1.665 Aussteller aus 67 Ländern). „Wir haben eigentlich genauso viele Gespräche geführt wie sonst auch immer. Wobei aufgefallen ist, dass die kleineren Verlage, die in Frankfurt alle anwesend sind, sich London zum Teil gespart haben. Gerade die osteuropäischen STM-Verlage waren so gut wie nicht vertreten“, bilanzierte Dr. Henning Eisenlohr vom Deutschen Ärzte-Verlag. „Wir sind zufrieden und hatten mehr Termine als früher, so dass wir nicht alle wahrnehmen konnten“, bemerkte Bob Michel, Director International Sales, Hachette Group USA. „Aber es ist kein Vergleich zu Frankfurt. Auf Frankfurt können wir nicht verzichten.“

Indien stand in diesem Jahr auf der London Book Fair als Market Focus im Mittelpunkt. Nach dem Ehrengastauftritt im Jahr 2006 auf der Frankfurter Buchmesse hatte die lebendige indische Verlagsbranche somit erneut Gelegenheit, sich einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. „Die indischen Aussteller, mit denen ich gesprochen habe, waren grundsätzlich zufrieden mit dem Verlauf der Messe“, sagte Akshay Pathak, Direktor des German Book Office (GBO) New Delhi der Frankfurter Buchmesse. „Besonders das Rahmenprogramm des Market Focus hat bei ihnen einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.“ Das GBO New Delhi hat im vergangenen Jahr seine Arbeit in Indien aufgenommen. Es vertritt die Interessen der deutschen Buchbranche und leistet wertvolle Vermittlerarbeit für deutsche und indische Verlage.

Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten der Frankfurter Buchmesse und zu aktuellen Entwicklungen im deutschen Buchmarkt gab es am Deutschen Gemeinschaftsstand, den die Frankfurter Buchmesse organisiert hatte. Hier waren insgesamt 48 Verlage und Institutionen vertreten – so viele wie noch nie. Gezeigt wurden rund 560 Titel z.B. aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch, Belletristik sowie Wissenschaft, Medizin und Technik. Neu war in diesem Jahr eine Gemeinschaftspräsentation Berliner Verlage. Sie präsentierten sich auf Einladung des Landesverbands Berlin-Brandenburg des Börsenvereins auf einem gesonderten Areal am Deutschen Gemeinschaftsstand. Von den insgesamt 18 angereisten Verlagen waren 17 zum ersten Mal in London vertreten. „Der Besuch war insgesamt sehr erfolgreich, alle Teilnehmer wollen im nächsten Jahr wieder dabei sein“, erklärte Detlef Bluhm, Geschäftsführer des Landesverbands. „Mehrere Verlage konnten Lizenzen verkaufen, zum Beispiel in die Sprachen Englisch, Französisch, Chinesische oder Bulgarisch. Besonders gefragt waren Sachbücher und Titel aus den Bereichen Belletristik und Architektur.“ Der Berliner Auftritt wurde finanziell von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen unterstützt.

Im kommenden Jahr findet die London Book Fair vom 19. bis 21. April statt.

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