Ausstellung „Haymatloz“ in der Zentralbibliothek in Frankfurt eröffnet

Silvia Giese

„Haymat“ – diese türkische Version des deutschen Wortes wurde in die Pässe der Exilsuchenden gestempelt. Eine Ausstellung über das Exil in der Türkei 1933 – 1945 wurde heute in der Zentralbibliothek in Frankfurt eröffnet.

Etwa 1000 Menschen fanden in der Türkei Zuflucht, darunter Bekannte wie Ernst Reuter, Paul Hindemith und Ernst Praetorius. Aber auch Unbekannte, die vor der Naziherrschaft flohen.

Jörn Hasenclever, Leitung Zentrale Bibliotheken, eröffnete heute eine Ausstellung über das wenig bekannte Exil. Auf drei Etagen in der Zentralbibliothek informieren Tafeln über das Schicksal der Emigranten.

Thomas Altmeyer vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 – 1945 wies auf ein Rahmenprogramm hin.
Sabine Hillebrecht, Aktives Museum Berlin, erläuterte Hintergründe der zweiteiligen Wanderausstellung, der erste Teil wurde 1998 erstmals an der TU Istanbul gezeigt. 2000 wurde der zweite Teil über unbekannte Emigranten fertig gestellt.

Als Zeitzeugin nahm Silvia Giese an der Eröffnung der Exposition teil. Sie kam mit vier Jahren in die Türkei, ihr Vater hatte eine Professur für klassische Philologie an der Universität Ankara angenommen. Er weigerte sich in Marburg, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, so gab es für ihn keine Rückkehr nach Deutschland. Vielmehr blieb die Familie von 1936 bis 1949 in der Türkei.

Silvia Giese (geb. Rohde) erlebte in der Türkei eine schwierige Zeit, die ihr Leben prägte. 2003 war sie das letzte Mal in Ankara zu Besuch, um Spuren nachzugehen.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.