Die Reportage: Nicht nur das Wetter war gut in Italien / Ein Marktüberblick

Wie schön es sich doch arbeiten lässt – auf der 43. Kinderbuchmesse in Bologna, die in dieser Woche vom Montag bis Donnerstag stattfand, gab es geschäftiges Treiben, intensive Gespräche, Verhandlungen und einen Termin nach dem anderen. Und dennoch, die meisten sahen dabei viel gelassener aus als man es von anderen Messen kennt. Trotz des ungewohnt frühen Termins Ende März wurden Aussteller und Besucher von der italienischen Sonne zwischen den Hallen verwöhnt.

Bologna 2006

Besucher kamen reichlich. Noch sind sie nicht ganz ausgezählt, aber Roberta Chinni, Direktorin der Messe, verzeichnete bereits in den ersten drei Tagen so viele Besucher wie während der gesamten Messe im Vorjahr.

Die Stimmung: Weniger Klagen, mehr Gelassenheitlinie
Rund 70 Aussteller aus Deutschland, acht aus Österreich und sechs aus der Schweiz hatten sich nach Italien aufgemacht, um Lizenzen zu verhandeln. 32 deutsche Verlage präsentierten rund 600 Titel am 108 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand, der von der Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) und mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts organisiert wurde [mehr…]. Insgesamt waren in Bologna rund 1.200 Aussteller aus 64 Ländern vertreten.

Auffällig in der „deutschen Halle“: Nachdem in den letzten Jahren häufig (auf hohem Niveau) geklagt wurde über stagnierende oder rückläufige Umsätze, hört man nun weniger negative Stimmen. Das hohe Niveau scheint erkannt. Wenn nun Klagen zu hören sind, dann sind es vor allem welche über den an nicht wenigen Orten betriebenen Personalabbau, der sich zwangsläufig auf die Qualität der Arbeit niederschlägt. Immer mehr Autoren und Illustratoren geben ihre Arbeit in die Hand von Agenten, weil immer mehr Lektorate so überlastet sind, dass sie ihre ureigene Arbeit – den Austausch mit jedem einzelnen Künstler – nicht mehr im erforderlichen Maß wahrnehmen können.

Bologna: Die wichtigste Lizenzmesse für’s Kinderbuchlinie
Wie wichtig die Kinderbuchmesse in Bologna für die deutschsprachigen Verlage ist, zeigt ein Blick auf eine vom Börsenverein erhobene Statistik: Demnach ist die Kinder- und Jugendliteratur im fremdsprachigen Ausland das begehrteste Lizenzobjekt. Ihr Anteil an der Lizenzvergabe betrug 2004 25,8 Prozent, nachdem es 1994 noch 11,9 Prozent waren. Die wichtigsten Länder waren dabei China und Korea, gefolgt von den spanischsprachigen Ländern. Aber auch die USA und England schauen zunehmend genauer hin bei den deutschsprachigen Programmen, der „Funke-Effekt“ hatte bereits im Vorjahr [mehr…] Mut gemacht.

Gesucht: Der „one shot“ linie
Was interessiert die ausländischen Verlage an den deutschsprachigen Programmen? „Immer mehr Verlage suchen den ‚one shot’“ berichtet Renate Reichstein, Lizenzleiterin bei der Verlagsgruppe Oetinger. Es würde immer gezielter nachgefragt, kaum jemand würde noch das gesamte Programm durchsehen, was viele Gespräche effektiver und damit auch gewinnbringender machen würde.

Barbara Gelberg, Programmleiterin Beltz & Gelberg, bestätigt den Eindruck einer konzentrierten Arbeitsmesse. Wichtige Entscheidungen würden oft bereits im Vorfeld vorbereitet und dann im persönlichen Gespräch ausgearbeitet. Und auch Jeanette Hammerschmidt, Lizenzleiterin im Loewe Verlag, hat beobachtet: „Es wird sehr stark ausgewählt, die meisten sind auf der Suche nach besonderen Titeln – und wollen die Verkaufszahlen sehen.“

Fantasy: Bleibt unverzichtbar linie
Noch ist ein wirkliches Ende der Fantasy-Welle nicht abzusehen, auch wenn alles etwas ruhiger schwimmt als noch vor einigen Jahren. Die Leser wollen immer noch fantastische dicke Bücher, die Lektoren würden eigentlich lieber etwas anderes lesen. Also sucht man wenigstens etwas andere Fantasy, die vielleicht auch mal woanders herkommt als aus dem angloamerikanischen Raum – und entdeckt immer mehr Mischformen.

Spanische Erfolgsautorin: Laura Gallego García

dtv junior feiert erste Erfolge mit der spanischen Autorin Laura Gallego García. „Geheime Welt Idhún. Die Verschwörung“ ist eben als Auftakt einer Trilogie erschienen und wird bereits bestens besprochen. Im Herbst erscheint der erste Band einer weiteren Trilogie von Laura Gallego. Der spanische Originalverlag SM hat einen eigenen Flyer für die Werke der Autorin (Jahrgang 1977) gedruckt, auf dem es heißt: „Learn about the most successful present Spanish writer of fantasy“.

Eine weitere spanische Autorin im Fantasy-Bereich hat die Kölner Agentur Undercover soeben ins Deutsche und ins Niederländische vermittelt. Maite Carranzas Roman „El clan de la loba“ („Der Wolfsclan“) wird im nächsten Jahr bei Bloomsbury Berlin erscheinen.

Bei Loewe läuft mit „Die fünf Tore. Der Todeskreis“ von Anthony Horowitz der Genremix Fantasy & Horror/Thriller gut. Martina Kuscheck, Programmleitung cbj, beobachtet einen Trend zur Vermischung von Fantasy und historischem Roman und kündigt für den Herbst einen abgeschlossenen Fantasy-Roman (keine Trilogie!) einer jungen deutschen Autorin an.

Bei Altberliner wird unter dem Titel „Kvasir“ eine Kombination aus Teenager-Roman und nordischer Mythenwelt erscheinen und Oetinger kündigt „Epic“ von Conor Kostick an.

„Epic“ wird im Juni ausgeliefert und von einer großen Marketing-Kampagne begleitet. Der Roman sei eine Kombination aus Fantasy-Thriller und Motiven aus dem Computerspiel-Bereich, erklärt Programmleiter Markus Niesen. Entdeckt hat man Kostick bei einem kleinen irischen Verlag, ein Glücksfall für Niesen, der wie viele Kollegen über die hohen Vorschüsse klagt, die große Verlage bzw. Agenten für mehrbändige Fantasy-Romane verlangen. Dabei liege nicht selten gerade mal der erste Band zum Prüfen vor. Und eine weitere Gefahr sieht Niesen beim Einkauf von mehrbändigen Werken: die der „Programmverstopfung“.

Was gibt’s noch im Jugendbuch? linie
Bloomsbury Berlin-Verlegerin Elisabeth Ruge freut sich besonders auf eine verrückte Geschichte von Martina Wildner: „Michelles Fehler“ – eine Autorin, von der noch viel zu erwarten sei. Thienemann-Verleger Klaus Willberg kündigt einen neuen Roman von Inge Barth-Grözinger an, die im vergangenen Jahr mit „Etwas bleibt“ debütierte. Ein neuer Klaus Kordon ist bei Beltz & Gelberg zu erwarten.

dtv junior hat gemeinsam mit dem amerikanischen Verlag Harper Collins die Recherchen zu Allan Strattons neuem Roman mit dem Thema Kindersoldaten finanziert. Stratton war in diesem Jahr mit einem Titel zum Thema AIDS aufgefallen: „Worüber keiner spricht“.

Neuer Hype? Peter Pan kehrt zurück linie
Ein neuer Hype wird für den Herbst erwartet: Peter Pan kehrt zurück. Aus der nicht einfachen Rechte-Lage könnte man einen eigenen Krimi bauen. Kurz bevor mit dem 70. Todestag des Autors J.M. Barrie das Copyright an Peter Pan außerhalb Englands abläuft (in England liegt es bei einem englischen Kinderkrankenhaus, aber da gibt es Streitigkeiten), hatte diese Erbengemeinschaft einen Fortsetzungsband in Auftrag gegeben, um die finanzielle Misere des Krankenhauses abzuwenden. Geschrieben wurde er von Geraldine McCaughrean, auf Deutsch erscheint er bei cbj.

Bei Oetinger wird es ebenfalls einen Peter Pan-Titel geben, und auch rotfuchs bewegt sich in diesem Bereich: Programmleiterin Christiane Steen bringt „Die wilden Abenteuer des jungen Käpt’n Hook“ als Spitzentitel im Herbst.

Piraten entern die Programme

Achtung: Die Piraten kommen linie
Und die Piraten entern die Programme. Nach dem Filmerfolg von „Fluch der Karibik“ hat es in den USA einen kleinen Boom des bekannten Themas gegeben, der schwappt nun auch in andere Länder – vom Bilderbuch übers Sachbuch bis zum Jugendbuch. Barbara Gelberg zum Beispiel sieht ihr jetziges und das kommende Programm durchaus „maritim geraten“: Neben dem Kinderbuch „Schrecken der Ozeane“ von Leuw von Katzenstein wird es im Herbst ein ebenfalls von Thomas Müller illustriertes Bilderbuch „Leon Pirat“ geben.

Loewe bringt eine Piratengeschichte aus dem Niederländischen ab zwölf Jahren. Coppenrath lanciert einen neuen Bilderbuchcharacter von Silvio Neuendorf – es ist ein Pirat. Und auch die meisten anderen Verlage haben Seeräuber an Deck, wer mag, hat viele Titel für eine schöne Schaufenstergestaltung zur Auswahl.

Sachbuch? Machen wir auch linie
Sachbücher: Plötzlich wollen ganz viele mitmischen. Nachdem sich vor wenigen Jahren viele auf die Pappe gestürzt hatten, inzwischen einige auch wieder die Finger davon lassen, sieht man nun im Sachbuchbereich neue Expansionsmöglichkeiten – mit durchaus unterschiedlichen Konzepten.

Bloomsbury Berlin wird im Herbst mit einer eigenen Vorschau sechs neue Titel präsentieren, zum Teil Eigenproduktionen, zum Teil Lizenztitel. „Wir werden keine Reihenkonzeption vorlegen“, erklärt Verlegerin Elisabeth Ruge, „sondern das, was wir im Erwachsenenbereich bereits anbieten, auf den Jugendbuchbereich übertragen“. Gemeint ist das erzählende Jugendsachbuch – so erscheint zum Beispiel das Tagebuch eines jungen Mädchens, das in Israel aufwächst und an ihrem 15. Geburtstag Opfer eines Selbstmordattentats wird – Bat Chen Shahaks „Ich träume vom Frieden“, übersetzt von Mirjam Pressler. Außerdem eine „etwas andere Literaturgeschichte“ von Peter Braun („Vom Taugenichts bis Steppenwolf“), ein Körperbuch mit Illustrationen von Katja Kamm und eine Evolutionsgeschichte von Dagmar Röhrlich.

arsEdition freut sich über den Erfolg der Lizenztitel des englischen Verlags Templar. Die „Expedition in die geheime Welt der Drachen“ habe man bereits 50.000 mal verkauft, so Programmgeschäftsführerin Ute Freudenberger: „Ein schöner Beweis dafür, dass sich auch hochpreisige Bücher noch bestens verkaufen lassen“ – immerhin kostet die Drachenwelt 24.90 Euro. Nun folgt das „Geheime Buch der Magie“ und auch eine „Pirateology“ ist beim englischen Originalverlag gerade in der Pipeline.

Ravensburger setzt auf eine neue eigene Reihe: „Mach mit“ versucht, angelehnt an die neuen Bildungspläne der Kindergärten, Kindern spielerisch Wissen nahezubringen. Esslinger möchte das Kindersachbuch für das Grundschulalter weiter ausbauen und bringt neue Fotosachbücher in der Reihe „Meine kleine Tierbibliothek“. Im kommenden Frühjahr soll es außerdem eine neue Sachbuchreihe mit Klappen geben, illustriert im Wimmelbilderbuch-Stil, für das Alter sechs bis acht.

cbj startet nach den Erfolgen mit dem von Antje von Stemm illustrierten Frage- und Antwortbuch „Frag doch mal die Maus“ im Herbst eine eigene Sachbuch-Reihe mit dem bekannten Character. 20 Titel für Kinder zwischen fünf und acht sind geplant, gestartet wird mit vier Bänden. Eine vermutlich recht sichere Bank angesichts des Bekanntheitsgrades der Maus, die nun bald 35 Jahre alt wird und dafür glatt eine eigene Samstagabend-Show im Ersten bekommen soll.

dtv junior ist eben eine Kooperation mit Gerstenberg eingegangen [mehr…]. So werden im Taschenbuchprogramm neben ausgewählten Bilder-, Kinder- und Jugendbüchern auch vermehrt Sachbücher auftauchen. dtv junior-Gesellschafter Oetinger wiederum kündigt ein eigenes Sachbuchprogramm für das kommende Jahr an. Till Weitendorf, der jüngste Sohn der Verlegerfamilie, wird mit einem noch zu verstärkenden Lektorat eine Mischung aus eigenen Produktionen und Lizenztiteln verantworten.

Bei den Lizenzen wiederum wird der Markt enger. Kurz vor Beginn der Bologna Messe wurde bekannt, dass Bonnier Publishing den amerikanischen Verlag und Packager Weldon Owen übernimmt, ein Lizenzgeber auch im Kindersachbuchbereich, der dann zukünftig wohl zunächst den Bonnier-Verlagen zur Verfügung stehen wird.

Und dann war noch zu hören, dass auch Wolters Kluwer in den Kindersachbuchmarkt einsteigen will, wobei der Buchhandel nicht als erster Partner in Frage kommen dürfte. In Deutschland in erster Linie als RWS-Anbieter bekannt, ist der Konzern international bereits im Eductional Segment tätig.

Jaja: Das Bilderbuch tut sich immer noch schwer, aber nicht mehr so doll linie
Es war das Thema des vergangenen Jahres: Kaum ein Verleger, der nicht über schwindende Bilderbuch-Umsätze klagte. Da ist sicher noch viel zu tun, der in Kooperation von avj, der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, Börsenblatt, BuchMarkt und Stiftung Lesen entstandene Flyer „Mit Bilderbüchern wächst man besser“ [mehr…] erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. 100.000 Exemplare beträgt die derzeitige Auflage, man müsse vermutlich bald wieder nachdrucken, meint der avj-Vorsitzende Klaus Willberg.

Als Thienemann-Verleger freut Willberg sich über das zum vierten Mal in Folge beste Unternehmensergebnis im Vorjahr, zu dem ein Plus von acht Prozent im von Anja Kemmerzell verantworteten Bilderbuchbereich gehört.

Barbara Gelberg meldet ein sehr reges Interesse von Lizenznehmern an den Bilderbüchern von Philip Waechter (der übrigens auch den Flyer „Mit Bilderbüchern wächst man besser“ gestaltet hat). Seinem Durchbruch mit „Ich“ (50.000 verkaufte Exemplare, zahlreiche Lizenzen) folgt nun „Sehr berühmt“, eine Fußballgeschichte. In den Niederlanden wird der im Frühjahr bei Beltz & Gelberg erschienene Titel noch vor der WM publiziert.

Der NordSüd Verlag, der kurz vor der Messe bekannt gegeben hatte, sich auch anderen Segmenten als dem Bilderbuch zu nähern [mehr…], kündigt für den Herbst u.a. einen neuen Regenbogenfisch an: „Der Regenbogenfisch kehrt zurück“.

Jungbrunnen hat u.a. einen neuen Titel von Helga Bansch und Heinz Janisch (s.u.). Peter Hammer bringt ein neues Bilderbuch von Isabel Pin, die im Frühjahrsprogramm von Bajazzo bewiesen hat, dass eine Pappe nicht banal sein muss („Ein Regentag im Zoo“). Bajazzo wiederum hat einen neuen Titel von Manuela Olten, die inzwischen auch bei Oetinger und beim Kinderbuchverlag Wolff angekommen ist.

Apropos Kinderbuchverlag Wolff: Erstmals in Bologna vertreten (und Newcomer des Jahres im Wettbewerb um den BuchMarkt-AWARD) [mehr…], freute sich Verleger Thomas Wolff über das große Interesse am deutschen Gemeinschaftsstand.

Gefeiert: Heinz Janisch, Wolf Erlbruch und andere linie
Zum Gemeinschaftsstand nämlich fanden viele Interessenten auch aufgrund mehrerer sehr schöner Bilderbucherfolge: „Rote Wangen“ von Heinz Janisch und Aljoscha Blau erhielt den Bologna Ragazzi Award [mehr…]. Aufbau

Grund zum Feiern: Heike Clemens, Heinz Janisch

Bilderbuchprogrammleiterin Heike Clemens feierte diesen großen Erfolg gemeinsam mit Autor und Kollegen auch beim abendlichen Get together in der Neonbar an der Via Indipendenza in Bologna (s. Foto).

Den Hans Christian Andersen Preis erhielt neben Margaret Mahy der Illustrator Wolf Erlbruch [mehr…] – was auch Monika Bilstein, Verlegerin des Peter Hammer Verlags freute, in dem viele Werke des Wuppertaler Künstlers erschienen und bis heute auch alle lieferbar sind. In Kürze wird man sich von „Olek schoss einen Bären“ überraschen lassen, einer Geschichte von Bart Moeyaert, die Erlbruch laut Monika Bilstein „so ganz anders als bisher“ illustriert hat.

Ausgestellt wurden am deutschen Gemeinschaftsstand auch die diesjährigen nominierten Titel zum Deutschen Jugendliteraturpreis. „Rote Wangen“ ist dabei einer der wenigen Original-Titel. Der hohe Anteil von Übersetzungen sowie die von der Jury nicht ausgeschöpften Nominierungsplätze [mehr…] wurden in der Halle 30 in Bologna immer mal wieder andiskutiert.

Apropos Auszeichnungen: Der von der schwedischen Regierung eingerichtete und mit umgerechnet 530.000 Euro dotierte Astrid Lindgren-Preis geht in diesem Jahr an Katherine Paterson www.alma.se. Von ihr liegen zwei Bücher auf deutsch bei dtv junior vor.

Und sonst? Viele neue, faszinierende Bilder linie
Das Herz der Bologna-Messe für alle Neugierigen bleibt die Illustratoren-Ausstellung. In diesem Jahr hatten 2.544 Künstler aus 59 Ländern ihre Werke eingeschickt, die von der Jury, bestehend aus Danielle Dastague, Sara Fanelli, Kiyoko Matsuoka, Michael Neugebauer und Renate Raecke beurteilt wurden. Ausgewählt für die Illustratoren-Schau wurden 92 Künstler aus 17 Ländern, die im unverzichtbaren „Annual 2006“ (ISBN 3-86566-701-5) wiederzufinden sind.

Die Ausstellung der Ungarn

Der wie gewohnt von Michael Neugebauer koproduzierte Katalog der Bologna Messe, der im deutschsprachigen Raum über minedition vertrieben wird, zeigt das Kapital, um das es in Bologna auch geht: Bilder aus unterschiedlichsten Ländern zu allen Themen und aus allen Perspektiven.

Schwerpunktland war in diesem Jahr Ungarn, 30 Künstler präsentierten in einer eigenen Ausstellung ihre Werke, ungewohnte Stilrichtungen und viel Überraschendes.

Und neben vielen anderen Ländern präsentierten sich vor allem die Flamen sehr selbstbewusst. Eine Ausstellung in der Stadt zeigte Werke der Künstler dieses kleinen Landes bzw. Sprachraums. Der eigens erstellter Katalog ist unbedingt empfehlenswert: „Colouring outside the Lines“ (90-7707-60-34), zusammengestellt von Marita Vermeulen, ist eine klug kommentierte Sammlung von Facetten der Illustrationskunst.

Wichtige Anlaufstationen für Künstler und für alle, die auf der Suche nach Künstlern sind, waren in der Halle 30 erstmals der Stand der Illustratorenorganisation www.io-home.org und wie gewohnt FILU, das Illustratorenarchiv www.filu-archiv.de.

Und dann noch… linie
Ulrich Störiko-Blume, Programmleiter Boje und Pestalozzi unter dem Dach der VEMAG [mehr…], erklärte am vorletzten Abend, die Messe könnte ruhig noch ein paar Tage länger dauern. Und das nicht nur, weil es für ihn und seine Kolleginnen Natalie Tornai [mehr…] und Katharina Braun [mehr…] gilt, ein neues Programm aufzubauen und zu positionieren. Das soll unter dem Label Boje die volle Bandbreite vom Bilderbuch bis zu Sachbuch abdecken und unter dem Namen Pestalozzi preisgünstige, aber keine „billige“ Ware anbieten.

Daniela Filthaut, Programmleitung Coppenrath, kündigt für diesen Herbst das erste erzählende Kinderbuchprogramm im Münsteraner Verlag an. Zwischen fünf und sechs Titel für die Altersgruppe zwischen acht und elf sollen pro Halbjahr erscheinen.

Der Autor Zoran Drvenkar wird künftig von der Zürcher Literaturagentur Liepmann vertreten. So erscheint der zweite Teil der „Kurzhosengang“, die im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, nicht mehr bei Carlsen, sondern bei Bloomsbury Berlin.

Bloomsbury Berlin wiederum wird nach dem Start eines Sachbuchprogramms in diesem Herbst (s.o.) im Herbst 2007 auch mit einem eigenen Taschenbuchprogramm aufwarten.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

Der Rest sind keine Wolken linie
Auch im nächsten Jahr wird eine Kinderbuchmesse in Bologna stattfinden. Man finde sich ein vom 23. bis zum 26. April 2007. Auf gute Gespräche, lohnende Abschlüsse und Entdeckungen, die man nur auf dieser internationalen Messe in Bologna machen kann. Alle, die in diesem Jahr zu Hause geblieben sind, sollen im nächsten Jahr umso herzlicher begrüßt werden. Und die Sonne wird scheinen, abgemacht?

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