Eröffnungs-Pressekonferenz

Juergen Boos und Gottfried Honnefelder
auf dem Weg zum Podium

Katja Böhne, Pressesprecherin der Frankfurter Buchmesse, begrüßte heute Vormittag die Medienvertreter im Kino 1 auf dem Messegelände zur ersten Pressekonferenz.

„Die alten Fragen und die alten Antworten“, leitete Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels in Anspielung auf Samuel Beckett seine Ausführungen zu Beginn der heutigen Pressekonferenz zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ein.

Er wies außerdem auf eine Feststellung von Umberto Eco hin, der sagte: „Das Buch ist wie der Löffel, der Hammer, das Rad oder die Schere: Sind diese Dinge erst einmal erfunden, lässt sich Besseres nicht mehr machen.“

Noch immer generieren die deutschen Verlage im Bereich Belletristik ihren Umsatz zu mindestens 99 Prozent aus Printprodukten. Im Bereich der Wissenschaften allerdings gibt es seit 15 Jahren digitale Formate. Mauert die Branche bei der Einführung des E-Books? Oder geht es nicht vielmehr darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden?

Gottfried Honnefelder machte auf grundlegende Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Buchmarkt aufmerksam, die nicht allein in der Preisbindung sichtbar werden.

Deutschland hat einen stabilen und vielfältigen Buchmarkt, das soll so bleiben. Die Zahlen – ein Umsatzplus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – sprechen für sich. Ein Zuwachs, der bis zum Jahresende gehalten werden könnte, auch dazu trägt die Buchmesse bei.

„Die grauen Mäuse sollten eigentlich zuletzt sprechen“, leitete Buchmesse-Direktor Juergen Boos seine Ausführungen mit einem Scherz ein und meinte mit den „grauen Mäusen“ sich selbst und Gottfried Honnefelder. Doch kurzfristig wurde entschieden, der Autorin Cornelia Funke das letzte Wort zu lassen, sie könne dann gleich noch Fragen beantworten.

Juergen Boos verglich die Gutenberg-Revolution mit der gegenwärtigen Bewegung auf dem Buchmarkt. Damals stellte die Erfindung viele gesellschaftliche Bereiche auf den Kopf, das ist heute genauso. Doch aus der kreativen Demontage entstehen neue Strukturen.

Auf der Buchmesse werden Geschichten gehandelt, solche beispielsweise, wie sie Cornelia Funke erzählt. Gute Geschichten haben dramatische Umbrüche, zerstören die bestehende Welt und setzen sie neu zusammen. „Das kollektive Geschichten erzählen nimmt zu, in der Wissenschaft kennt man diese Mitwirkung vieler schon“, beschreibt Juergen Boos die gegenwärtige Entwicklung. Werden die Geschichten im digitalen Zeitalter medienkonvergent? Oder waren sie das nicht auch schon vor 500 Jahren?

Ein großes Thema sind enriched books.

Es gibt also kein wesentlich neues Spielfeld, aber das bestehende hat sich wesentlich erweitert. „Lassen wir uns auf die Zukunft ein – wir lassen die Inhalte frei“, forderte der Direktor.

Autorin Cornelia Funke, sozusagen die „weiße Maus“, die in Achtung vor den ausländischen Pressekollegen auf Englisch sprach, suchte nach der Ursache für Geschichten. Immer sind das Erinnerungen. Und gab es nicht ganz früh das kindliche Gefühl, dass ein Buch von einem Menschen gemacht wird? Doch viele tragen dazu bei, Bücher zu produzieren.

Sie selbst schrieb „Reckless“, ihr erstes Buch einer neuen Serie, mit einem Co-Autor, Lionel Wigram, es entstand gleichzeitig auf Deutsch und auf Englisch. Am selben Tag erschien es in zwölf Ländern – doch die Begeisterung war stets die gleiche.

Was gibt es Neues auf der Messe? Beispielsweise die digitale Initiative Frankfurt SPARKS, die Angebote zum E-Business und für Kreativindustrien bündelt. Sie versteht sich als Brücke zwischen traditionellen Buchverlagen und den Akteuren der Technologie-, Medien- und Entertainment-Branchen und besteht aus zwei Projekten: Frankfurt Hot Spots und Frankfurt StoryDrive.

Ein neues Zentrum befindet sich in Halle 5.0 (D 941): bei Weltempfang verschmelzen das Internationale und das Übersetzer-Zentrum. Es bietet Lesungen und Diskussionen und ist Treffpunkt für Mittlerorganisationen.

Mehr Platz, nämlich doppelt so viel wie im Vorjahr, wird der Gourmet Gallery eingeräumt.

In Halle 3.1. (J 127) präsentieren sich am Gemeinschaftsstand Musik die betreffenden Verlage.

Das Zentrum Bild und Filu, das Archiv der Zeichner, wachsen zusammen.

Die Buchkollektion Sonnige Aussichten. Grüne Architektur heute! präsentiert in der Halle 4.2 (B 424) deutschsprachige Titel zum Thema ökologisches Bauen und Planen. Sie ist auf der Frankfurter Buchmesse erstmals zu sehen und wird dann auf anderen internationalen Buchschauen gezeigt.

JF

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