Fast 60 serbische Autoren werden in Leipzig erwartet / BuchMarkt stellt einige im kommenden Heft vor

Die Leipziger Buchmesse will in diesem Jahr das größte Literaturprogramm der südosteuropäischen Länder seit dem Zerfall Jugoslawiens präsentieren. Schwerpunktland ist Serbien. Das Land wird mit fast 60 Autoren und Autorinnen und vertreten sein.

Im kommenden BuchMarkt-Heft werden wir einige von ihnen vorstellen, die sich für das Fenster und den Büchertisch lohnen. Das Programm mit über 80 Veranstaltungen wurde heute auf einer Pressekonferenz des serbischen Kulturministeriums in Berlin vorgestellt. Zoran Hamovic (Foto), einer der bedeutendsten Verleger des Landes, freut sich schon auf den Auftritt in Leipzig. Es sei nicht leicht für kleine Länder, ihr kulturelles Schaffen auf großen Märkten zu präsentieren, sagte er.

„Um ein solches Programm auf die Beine zu stellen, bedarf es einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern“, so Messedirektor Oliver Zille. „Dank der Robert Bosch Stiftung, des Netzwerks Traduki, der S.Fischer Stiftung, des Auswärtigen Amts, des Goethe-Instituts, des serbischen P.E.N.-Zentrums und des Serbischen Kulturministeriums haben wir es geschafft, das größte Literaturprogramm der südosteuropäischen Länder zu realisieren, um so die Aufmerksamkeit auf einen interessanten europäischen Buch- und Literaturmarkt zu lenken.“

Serbische Autoren wie Nobelpreisträger Ivo Andrić, Aleksander Tišma und Danilo Kiš seien vielen vielleicht bekannt, doch darüber hinaus sei das Land für deutsche Leser nahezu noch „terra incognita“, so Zille. Dabei erschienen in Serbien jährlich rund 14.000 Titel.

Das Schattendasein der serbischen Literaten außerhalb des eigenen Landes soll sich nun ändern. Zur Buchmesse erscheinen rund 30 Titel – von Lyrikband über Sachbuch bis Roman – in deutscher Übersetzung. Unter anderem werden drei neue Anthologien vorliegen, darunter Der Engel und der rote Hund. Herausgeberin Angela Richter hat in der Edition Noack & Block serbische Kurzprosa gesammelt.

Angekündigt wurden auch mehrere Ausstellungen. Unter anderem wird am serbischen Stand die bebilderte Geschichte des Nobelpreisträgers Ivo Andrić zu sehen sein und eine Ausstellung zum unabhängigen serbischen Comic der letzten 30 Jahre.

Mit dem Länderschwerpunkt wolle die Messe ihr langfristiges Projekt fortsetzen, Literatur aus mittel- und südosteuropäischen Ländern auf dem deutschsprachigen Buchmarkt einem breiteren Publikum bekannt zu machen, so Zille. Nach den Schwerpunktpräsentation der Länder Slowenien (2007) und Kroatien (2008) genieße deren Literatur hierzulande eine größere Aufmerksamkeit. Von diesem Schwung soll nun auch die serbische Literatur profitieren. Zugleich soll eine stärkere Vernetzung von serbischen Verlegern, Autoren und Übersetzern mit dem deutschsprachigen Literaturbetrieb erreicht werden.

Informationen zum Auftritt Serbiens unter http://literatur.rs

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