Finnland. Cool: erfrischend, überraschend und warmherzig

Iris Schwanck, Juergen Boos

Auf der heutigen Pressekonferenz [mehr…] bot Finnland, der diesjährige Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, einen Vorgeschmack auf das vielfältige Programm rund um die internationale Bücherschau im Herbst dieses Jahres.

„Finnland hat die längste Vorlaufzeit gehabt, denn bereits 2006 wurde entschieden, dass dieses Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2014 wird“, leitete Messe-Direktor Juergen Boos die Pressekonferenz im Frankfurter Literaturhaus ein.

Mit dem Land gebe es viele Verbindungen, es sei Deutschland nah und man habe eine gemeinsame Geschichte. Andererseits könne Finnland auch hermetisch sein und berge Mysterien. „Während der Buchmesse wird es viele Gelegenheiten geben, hinter diese Mysterien zu kommen“, sagte Boos.

Im Gespräch mit Iris Schwanck, Direktorin Finnish Literature Exchange (FILI) ging Juergen Boos auf Schwerpunkte des Ehrengastauftritts ein. In Finnland herrsche die Auffassung, dass Literatur und Bildung nicht zu trennen seien. Das werde in vielen Präsentationen, Diskussionen und Aktionen deutlich.

Bibliotheken seien – anders als in Deutschland – Treffpunkte und würden zu einem gemeinsamen Wohnzimmer. „Jede Stadt und jede Gemeinde braucht eine eigene Bibliothek, jeder Mensch braucht Bücher, denn sie sind wichtig für die eigene Bildung und Entwicklung“, unterstrich Iris Schwanck. Finnland schickt deshalb einen Büchereibus nach Deutschland, der zu Ehren des 100. Geburtstages von Tove Jansson ein Mumin-Gewand bekommt. Er wird auf dem Agora-Gelände stehen, auf dem sich außerdem die Hauptstadt Helsinki in Containern und in einem Park präsentiert.

Bereits seit Januar finden an 30 Orten im deutschsprachigen Europa kulturelle Veranstaltungen statt, entwickelt vom Kulturinstitut Finnlands in Berlin. Verschiedene Ausstellungen werden sogar bis Januar 2015 zu sehen sein.

Über das literarische Programm informierten Maria Antas und Tiia Strandén – sie sind zwei von insgesamt 13 Frauen, die dem FILI angehören.

Finnland wird in allen Messehallen entdeckt werden können und ist zudem mit zwei Nationalständen auf der Messe präsent.

Erstmals wurden drei Studierende mit dem Pavillon-Projekt betraut. Natalia Baczynska Kimberley, Nina Kosonen und Matti Mikkilä sprachen über ihre Arbeit mit FILI-Pressesprecherin Silja Hakulinen. Es werde sechs Rotunden aus lichtdurchlässigem Stoff im Pavillon geben, der mit seinem weißen Hintergrund einem noch leeren Bild gleiche, in das sich viel hineinprojizieren lasse. Ein Platz speziell für Kinder, ein Park und ein Café werden zum Pavillon gehören.

130 Übersetzungen aus dem Finnischen ins Deutsche werden zur Buchmesse erwartet. Darunter auch Wildauge, ins Deutsche übersetzt von Angela Plöger. Das Buch erscheint bei Galiani Berlin. Über diesen Roman von Katja Kettu sprach Tina Schraml zur Pressekonferenz mit der Autorin.

JF

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