Finnland erreichte bisher größtes mediales Echo eines Ehrengastes

Iris Schwanck, Juergen Boos

Messedirektor Juergen Boos zeigte sich auf der Abschlusspressekonferenz vom Auftritt des Ehrengastes beeindruckt: „Ganz Frankfurt spricht über Finnland.“ Noch nie habe es so ein großes Presseecho gegeben.

Das lag sicher nicht nur an dem am Mainufer Inliner fahrenden Präsidenten Sauli Niinistö, sondern an der großen Präsenz des Landes weit über die Messestadt hinaus.
Iris Schwanck, Direktorin FILI, bedankte sich bei ihrem Damenteam für das große Engagement. „Nach der Messe werden wir erst einmal relaxen“, sagte sie.

Über den Messeauftritt berichtete Schwanck, dass die finnischen Autoren vom Interesse der deutschen Verleger überrascht waren: „Das war eine tolle Erfahrung. Wir bauen auf der Messe die Zukunft auf. Es besteht ein großes Interesse an Lizenzen.“ Das bestätigten ihr auch die mehr als 40 finnischen Verleger, die das Land auf der Messe vertraten.
Juergen Boos stellte fest, dass die Finnen viel mehr über Deutschland wissen als die Deutschen über Finnland. „Ich glaube, die Messe hat geholfen, hinter die Klischees zu schauen. Wie ich hörte, wollen viele Deutsche das Land besuchen“, ergänzte Schwanck.
„Finnland ist ein Teil von uns geworden“, erklärte Simone Bühler von der Frankfurter Buchmesse, „wir wollen diese wunderbare Kooperation fortsetzen.“

Anna-Maija Mertens, Leiterin des Finnland-Instituts Berlin, erklärte, dass es im finnischen Rahmenprogramm mehr als 200 Veranstaltungen gab, manche Ausstellungen werden bis ins nächste Jahr zu sehen sein. „Wir brauchen die ganze Gesellschaft und müssen alle erreichen, wenn nicht nur ein Kulturexport, sondern ein kultureller Dialog stattfinden soll. Die Frankfurter Buchmesse ist für uns eine Brücke und der Beginn eines neuen Dialogs in ganz Europa.“

Die erste Frage kam untypisch nicht von Journalisten, sondern von Juergen Boos an einen Journalisten: „Wie war die Messe?“, wollte der Direktor wissen. Der Medienvertreter bestätigte: „Wir konnten viel über Finnland erfahren.“ „Wir denken auch an die Geschichte, wie beispielsweise an die Verträge von Helsinki“, fügte ein Kollege hinzu.

Zum Budget für den Ehrengastauftritt, das vier Millionen Euro betrug – der Vertrag wurde bereits 2009 unterzeichnet ¬– erklärte Iris Schwanck, dass der Betrag jeweils zur Hälfte aus öffentlichen und aus privaten Mitteln besteht. 1,8 Millionen Euro teuer war das Rahmenprogramm. „Die Kooperation mit vielen Partnern ermöglichte diese ganzen Veranstaltungen“, ergänzte Mertens. Aufgrund dieser Zusammenarbeit habe man weitere Partner gefunden. Außerdem haben viele Freiwillige geholfen.

„Viele Ergebnisse unseres Auftritts werden nicht sofort, sondern erst später zu spüren sein“, fügte Schwanck hinzu. „Erfahrungsgemäß sind die Auswirkungen eines Ehrengastauftritts noch fünf bis sieben Jahre später am Markt bemerkbar, es erscheinen weitere Übersetzungen, die einmal geschaffenen Netzwerke bleiben bestehen und werden genutzt.“

Auf eine Besonderheit wollte Iris Schwanck noch hinweisen: „Wir haben junge Leute mit großen Aufgaben betraut, so wurde der Pavillon nicht von Stararchitekten, sondern von Studenten konzipiert. Auch auf den Messeveranstaltungen traten viele junge Autoren auf.“
Das Team um Schwanck habe viel gelernt, man werde die Kooperation fortsetzen. „Nachdem wir uns erholt haben, werden wir uns wieder zusammensetzen und überlegen, was vertieft werden kann und wo es neue Ideen gibt“, versicherte die Direktorin.

Würde Finnland noch einmal als Ehrengast zur Messe kommen?, fragte Juergen Boos. Iris Schwanck lacht: „Ja, wir würden gerne wiederkommen.“

JF

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