Frankfurt: Gastlandcafé eröffnet

Bücherregal im Café

Gestern Abend wurde im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm das Café der diesjährigen Buchmesse-Ehrengäste Niederlande und Flandern eröffnet. Bis zum 23. Oktober gibt es dort Veranstaltungen, während der Messe hat das Café allabendlich geöffnet.

Das Amsterdamer Design Studio Dog and Pony gestaltete die Location, die zu einem abendlichen Treffpunkt von Autoren, Künstlern und Gästen nach Messeschluss werden soll. Auf der Speisekarte stehen niederländische und flämische Spezialitäten.

Außerdem bietet der Mousonturm unter dem Titel Tolle Künste bis zum 6. November ein achtwöchiges, 18 Inszenierungen enthaltendes Programm mit Theater, Tanz und Performance aus Flandern und den Niederlanden.

Matthias Pees, Intendant des Künstlerhauses, begrüßte die Gäste: „Flandern und die Niederlande sind seit langem in Frankfurt stark präsent. Doch das Gastlandcafé ist eine Premiere.“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann bedankte sich bei allen Organisatoren und verwies besonders auf zwei Veranstaltungen im Rahmenprogramm. Die Produktions- und Ausstellungsplattform basis zeigt vom 14. bis zum 18. Oktober die Ausstellung State of the City, in dreimonatigen Arbeitsaufenthalten vorbereitet von je zwei Künstlern aus Rotterdam, Antwerpen und Frankfurt. Im Mittelpunkt steht der künstlerische Umgang mit sozialen und gesellschaftlichen, ökonomischen und geografischen Aspekten dieser Städte.
Am 20. und 21. Oktober lädt der belgische Choreograf Jan Martens ins Frankfurt LAB zu The Common People Frankfurt ein – eine außergewöhnliche Serie von Blind Dates wird entstehen.

Bart Moeyaert, Leiter des Ehrengast-Teams, scherzte zur Eröffnung: „Sie als Frankfurter haben Glück mit ihrem Mousonturm und dessen Leiter Matthias Pees, können mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad schnell zum Künstlerhaus kommen. Aus Brüssel oder Amsterdam dauert die Anreise bedeutend länger. Vor zweieinhalb Jahren habe ich mit der Ausarbeitung der Grundidee zum Ehrengast-Auftritt begonnen. Der Mousonturm hat mein Herz schnell erobert.“

Buchmesse-Pressesprecherin Katja Böhne sagte: „Dies ist wohl das erste gemeinsame flämisch-niederländische Café.“ Aus Leipzig hatte sie eine Grafik für Bart Moeyaert mitgebracht – sie zeigt den mehrfachen Bedeutungszusammenhang des Wortes „teilen“ – Dies ist, was wir teilen/Dit is, wat we delen ist das Motto des Ehrengastes. Sie hoffe, dass viele Menschen in den nächsten Wochen Erfahrungen und Erlebnisse teilen werden.

Das Café bietet nicht nur Kulinarisches, sondern jede Menge Lesestoff aus den Gastregionen – über 400 Titel wurden ins Deutsche übersetzt. Eine Auswahl steht in einer langen Reihe in der Mitte einer Tafel, an der sich auch philosophisch dinieren lässt – bereits am 21. September mit Coen Simon, am 29. September mit Paul Verhaeghe, am 4. Oktober mit Marli Huijer und am 13. Oktober mit Chris de Stoop. Die Gespräche, in denen die jüngsten Bücher dieser Autoren im Mittelpunkt stehen, moderiert Leon Joskowitz.

Nach Eröffnung des Cafés fand bereits die erste Veranstaltung statt: Anne Teresa De Keersmaeker, Michaël Pomero und Chryssi Dimitrou zeigten die Performance Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke– ein Zusammenspiel von Text, Tanz und Musik.

Insgesamt sieht das Ehrengastprogramm rund um die Buchmesse mehr als 400 Veranstaltungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich vor.

JF

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