Frankfurter Buchmesse mit stabiler Ausstellerzahl und verbesserten Arbeitsmöglichkeiten

„Die Frankfurter Buchmesse 2004 wird eine konzentrierte Arbeitsmesse sein!“ Das sagte Direktor Volker Neumann im Rahmen der jährlichen Programm-Pressekonferenz im Frankfurter Literaturhaus. Neumann erwartet, dass die im Vorjahr erreichte Zahl von 6.638 Ausstellern leicht verbessert werden kann. Besonders aus dem englischsprachigen Bereich seien deutliche Zuwächse zu vermelden. Erstmals seit 1996, als die Ausstellungsfläche wesentlich erweitert wurde, mussten in diesem Jahr Wartelisten für deutsche und internationale Aussteller eingerichtet werden.

„In diesem Jahr haben wir besonders an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für unsere Aussteller und Fachbesucher gearbeitet“, berichtete Neumann. So wurden neue Arbeitszentren für Filmagenten, internationale Fachbesucher und Fotografen geschaffen und die Arbeitsbereiche für Dienstleister, Buchhändler und Literaturagenten neu placiert, um die Verbindungen dieser Kerngruppen zu ihren Kunden zu verbessern. Gleichzeitig wurden „elektronische Pressefächer“ eingerichtet, mit denen die Aussteller der Buchmesse die Medien zielgerichtet informieren können.

Neben den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen wurden zahlreiche Veranstaltungen für das allgemeine Publikum vorbereitet. „Die beiden scheinbar widersprüchlichen Interessen von Arbeitsmesse und Marketingveranstaltung für das Buch machen einen großen Teil des Reizes aus, der von der Frankfurter Buchmesse ausgeht“, so Neumann. Rund 1.000 Autoren werden zur Buchmesse erwartet, darunter Nobelpreisträger Günter Grass, der gemeinsam mit Peter Rühmkorf am Messe-Samstag eine inszenierte Lesung darbietet. Neben den zahlreichen Veranstaltungen mit Autoren stehen Präsentationen und Wettbewerbe im Comic-Zentrum, im Forum Film & TV sowie an rund zehn weiteren Veranstaltungsorten auf dem Programm.

Im Mittelpunkt des Interesses steht der diesjährige Ehrengast, die „Arabische Welt“. Mehr als 200 arabische Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle werden nach Frankfurt kommen, ihre Werke und ihr Denken präsentieren und das Gespräch mit Kollegen aus dem Westen führen. Dieser Dialog sei dringend nötig, so Neumann: „Weder wird die arabische Literatur in ausreichender Weise in die europäischen Sprachen übersetzt, noch ist dies umgekehrt der Fall.“ Durch diese gegenseitige Unkenntnis entstehen Vorurteile: „Wir in Europa sind ganz besonders dazu aufgefordert, über unsere Nachbarn in der Arabischen Welt zu lernen,“ sagte Neumann.

Neben den Veranstaltungen auf der Messe und in Frankfurt werden durch das im vergangenen Jahr eingeführte Programm „Leseland Hessen“ während der Buchmesse zahlreiche Autoren im ganzen Bundesland unterwegs sein. Derzeit sind rund 400 Veranstaltungen in 21 Städten geplant.

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