Große Sicherheitsvorkehrungen, intensives Arbeiten: Heute ist die die 21. Buchmesse in Turin zu Ende gegangen

Mehr als 1.000 Polizisten wurden in der piemontesischen Metropole eingesetzt, um für die Sicherheit der Messebesucher zu sorgen. Doch größere Proteste und Manifestationen blieben aus bei der am 8. Mai vom italienischen Staatspräsident Giorgio Napolitano eröffneten und am heutigen Montag, den 12. Mai zu Ende gegangenen 21. Buchmesse in Turin. Die wegen der Einladung Israels als Gastland angespannte Stimmung war jedoch zu spüren, und so blieben am Samstag viele Besucher aus Sicherheitsgründen dem Lingotto Gelände fern.

In dem von Renzo Piano umgestalteten ehemaligen, imposanten Fiat-Gebäude präsentierten in fünf Hallen über 1.400 Verlage ihre Produkte. Die Messe ist keine Fachbesuchermesse wie in Frankfurt, sondern richtet sich vorwiegend an das allgemeine Publikum, das an den Ständen die Bücher auch erwerben konnte.

Turin ist eine Publikumsmesse

Unter den rund 304.000 Besuchern waren viele Schulklassen und junges Publikum, das vor allem in das Comic Center und ins Bookstock Village strömte, wo eigens für die Zielgruppe „0-20 Jahre“ eigene Programme, Begegnungen und eine separate Buchhandlung in kunterbunter Umgebung zu finden waren.

Weitere Themenschwerpunkte waren Lingua Madre, ein seit 2005 existierender Treffpunkt und Forum für Autoren aus Entwicklungsländern sowie das diesjährige Thema der Messe Ci salverà la bellezza („Die Schönheit wird uns retten“), welches dem Roman „Der Idiot“ von Dostojewski entnommen wurde.

Gäste der Messe waren u.a. Autoren wie der Israeli Abraham B. Yehoshua, der Amerikaner Gore Vidal, der Finne Aarto Pasilinna und der Österreicher Arno Geiger.

Reges Treiben und positive Stimmung herrschte im International Book Forum (IBF), wo rund 100 Verlage, Agenten, Scouts und Filmfirmen aus aller Welt aufeinander trafen.

Der in London lebende Verleger und Autor Mohammed Umar von Fahuma Books freut sich gerade über den Austausch mit Filmfirmen und die vielen Kontakte: „Neben Frankfurt habe ich viele interessante Gespräche geführt, insbesondere mit Menschen aus der Filmbranche, die ich auf der Messe in London nie getroffen hätte.“

Auch einige deutsche Verlage und Agenturen sind der Einladung des IBF gefolgt. Da es in Turin keinen deutschen Gemeinschaftsstand gab, traf man sich hier an kleinen Tischchen, um Gespräche zu führen und die neuesten Stoffe zu besprechen: Diese waren im Filmbusiness laut Christian Zipperle von Schmidtz Katze Filmkollektiv in diesem Jahr besonders Mafia-Stoffe.

Marion Kohler von der Deutschen Verlags-Anstalt lobte insbesondere die gute Organisation und das Online-Buchungssystem der Messe, das sich sehr effektiv bei der Termingestaltung auswirke. Der Eindruck mehrerer deutscher Vertreter war, dass sich auch gerade kleinere, italienische Verlage zunehmend für deutsche Autoren interessieren und somit mehr deutsche Lizenzen kaufen würden.

Birke Vöhringer

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