Positive Bilanz Bologna

Weniger Aussteller und Besucher, aber gute Geschäfte: Das ist die Bilanz der 40. Internationalen Kinder- und Jugendbuchmesse, die vom 2. bis 5. April in Bologna stattfand. An den vier Messetagen zeigten 1.100 (1.376 in 2002) Aussteller aus 62 Ländern ihr Kinder- und Jugendbuchprogramm.

Die deutsche Buchbranche war mit einem Gemeinschaftsstand vertreten, an dem 30 Verlage rund 400 Titel präsentierten. Die deutschen Verleger waren mit ihrer Teilnahme an der wichtigen Fachmesse insgesamt zufrieden. Einige Absagen seitens asiatischer und US-Verleger seien durch neue Kontakte wettgemacht worden. Aufgefallen sei der neue Trend der Illustratoren, stärker auf die Verkäuflichkeit ihrer Arbeit zu achten, bemerkte Thienemann Veleger Klaus Willberg.

Neben dem Gemeinschaftsstand veranstaltete die Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen e.V. (avj) ein Seminar über den deutschen Kinderbuchmarkt, bei dem der große Erfolg der deutschen Kinderbuchautorin Cornelia Funke insbesondere in der englischsprachigen Welt Thema war. Dabei wurde auf die Bedeutung zielgerichteter Ansprache von Lizenzpartnern hingewiesen, was besonders mit Hilfe von Probeübersetzungen möglich sei. Bisher gibt es keine spezielle Förderung für deutsche Kinder- und Jugendliteratur, obwohl diese zu den erfolgreichsten Exportprodukten deutscher Verlage zählt.

Unter den zahlreichen Preisen, die zur Messe verliehen wurden, ging einer nach Deutschland: Der Münchner Terzio Verlag konnte für sein Schachprogramm „Fritz & Fertig. Schach lernen und trainieren“ den Bologna New Media Prize mit nach Hause nehmen. Bei der Vergabe der Illustratorenpreise gingen die deutschen Verlage jedoch leer aus. Den Preis Bologna Ragazzi erhielt „Exercises de Style“ von Raymond Queneau. Im Sachbuch gewann ein weiterer französischer Titel: „Jean Moulin & ceux qui ont dit non“ von Dominique Gaussen und Alain Mounier. In der Kategorie „New Horizons“, in der Bücher aus der islamischen Welt prämiert wurden, gewann der Titel „The Ancedotes“ des Teheraner Institute for the Intellectual Development of Children & Young Adults.

Polen rief zum 40. Jubiläum der Kinderbuchmesse mit der Sonderausstellung „La Polonia a Bologna“ auf dem internationalen Parkett seine reiche Palette an künstlerischen Kinderbüchern in Erinnerung.

Einen Tag nach Beginn der „40. Fiera del Libro per Ragazzi“ öffnete auf demselben Gelände erstmals die nationale Schulbuchmesse „Docet“ ihre Tore, die am Wochenende die Messehallen mit Besuchern füllte. Dagegen war die internationale Kinderbuchmesse bis zum letzten Tag von ruhiger Arbeitsatmosphäre geprägt.

Kinder- und Jugendliteratur aus Deutschland ist ein gefragter Exportartikel: Sie schlägt mit 22 Prozent aller ins fremdsprachige Ausland vergebenen Lizenzen zu Buche. Spitzenreiter unter den Lizenznehmern sind chinesische und koreanische Verlage, aber auch die westeuropäischen Länder, angeführt von Italien und Spanien, sind konstante Abnehmer.

Kinderbücher machten 2001 sieben Prozent der deutschen Titelproduktion (Erstauflagen) aus, etwa halb so viel wie die Belletristik. 1.356 Kinder- und Jugendbücher wurden 2001 aus Fremdsprachen ins Deutsche übersetzt; umgekehrt erschienen weltweit 1.176 deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher

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