Buchpremiere für Elisabeth Zöllers „Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife“ im „anderen Buchladen“ in Köln

Am vergangenen Samstag kamen rund 70 Zuhörer zur Buchpremiere von Elisabeth Zöllers (Foto) neuem Buch, das bei Hanser erschienen ist. „Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife“ handelt vom Widerstand der Edelweißpiraten gegen das Nazi-Regime.

Publikum im „anderen Buchladen“

Elisabeth Zöller erklärte, dass ihr nicht einfach der Sinn nach einem weiteren Buch über die NS-Zeit stand. Vielmehr wollte sie gezielt ein Gebiet beleuchten, zu dem es noch nicht viel Literatur gibt: der jugendliche Widerstand gegen die Nazis. Nach langer intensiver Recherche, u.a. im Kölner NS-Dokumentationszentrum, aber auch in langen Gespräch mit Fritz Theilen, einem der überlebenden Edelweißpiraten, der unlängst in hohem Alter gestorben ist, hat sie einen „Tatsachen-Thriller“ geschrieben.

In einem lebhaften Wechsel von Vortrag und Vorlesen erläuterte die Autorin ihr Vorgehen und las einige Passagen. Eine gute Stunde lang herrscht gebannte Stille im „anderen Buchladen“. Anschließend begaben sich fast alle Premierengäste mit auf eine Begehung in der Umgebung des Buchladens. Unter kundiger Führung wurden ihnen Orte gezeigt, an denen sich die Edelweißpiraten aufgehalten haben, so der heute noch erhaltene Hochbunker und die nahen Eisenbahngeleise.

Rundgang durch Köln-Ehrenfeld

„Edelweißpiraten haben sie sich genannt. Wo diese Blume blühte, da war Widerstand.“ Dieser Spruch steht in zwanzig Sprachen auf einer gestalteten Wand einer Eisenbahnunterführung, neben einer Gedenktafel – dort, wo die Edelweißpiraten Waggons mit Lebensmitteln aufgebrochen haben, um ausgemergelten kriegsgefangenen Zwangsarbeitern etwas zu essen zukommen zu lassen. Dabei haben sie sich manchmal mit gewöhnlichen Dieben zusammengetan, die ihren Teil an der Beute abgezweigt haben. Diese Kooperation war einer der Gründe dafür, warum die Edelweißpiraten noch lange Zeit in der Bundesrepublik als jugendliche Kriminelle abgetan und nicht als Widerständler anerkannt wurden. Dies hat sich inzwischen zum Glück geändert.

Nach dem Rundgang durch Köln-Ehrenfeld gab es im „anderen Buchladen“ noch einen kleinen Empfang, und am Samstagabend wurden von den 50 vorrätigen Büchern des Edelweißpiraten-Buchs 48 verkauft. Die Buchhändler Claudia Haas und Martin Sölle waren zufrieden.

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