C.H. Beck – Buchpremiere „Tausendundeine Nacht“ auf der Berliner Museumsinsel

Der Veranstaltungsort war nicht ohne Grund gewählt: Im Berliner Museum für Islamische Kunst, vor der Fassade des Kalifenpalastes von Mschatta stellte der Verlag C.H. Beck gestern Abend die Neuerscheinung Tausendundeine Nacht – Das glückliche Ende vor.

Vor der Palastfassade: Claudia Ott und Ulrich Nolte

Mehr als 120 Gäste hatten den Weg ins Pergamonmuseum gefunden, um sich von der Übersetzerin, Arabistin und Musikerin Claudia Ott in den Orient entführen zu lassen und das Ende von Tausendundeine Nacht kennenzulernen. Denn über das Ende der Rahmenerzählung, in der die klugen Schahrasad Nacht für Nacht ums Überleben erzählt, war bisher so gut wie nichts bekannt. Durch ihre Geschichten fesselt Schahrasad den grausamen König Schahriyar so sehr, dass er ihre Tötung immer wieder um eine Nacht verschiebt.

Im Gespräch mit Lektor Ulrich Nolte erzählte Claudia Ott die spannende Geschichte des Buches. Sie hat die Handschrift, die viele Jahrhunderte alt ist, in einer kleinen Bibliothek im anatolischen Kayseri entdeckt. Ein falscher Titel, die heillose Unordnung der Blätter und fehlende Überschriften haben dazu geführt, dass der Text über die letzten 125 Nächte und das glückliche Ende bisher von niemanden vollständig gelesen wurde, vermutete Claudia Ott. Sie hat ihren Sensationsfund nun aus dem Dornröschenschlaf geweckt, die Blätter in die richtige Reihenfolge gebracht, Überschriften rekonstruiert und den Text schließlich ins Deutsche übersetzt.

In ihrer Lesung überzeugte sie das Publikum von der Zeitlosigkeit der unterhaltsamen Texte. Eindrucksvoll trug sie mal erotische, mal derbe Geschichten vor, mal kurze, knackige Witze und Aphorismen über das Glück wie diesen: „Man fragte einen Dichter: Was ist Glück? – Süßholz raspeln, ohne sich zu verhaspeln.“

Am Ende war das Publikum restlos begeistert, so mancher eilte zum Büchertisch der Buchhandlung Walther König und alle waren sich am Büfett mit orientalischen Köstlichkeiten einig: Man hätte Claudia Ott gerne noch bis zum Morgengrauen zugehört.

ml

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