Can’t stop the beat – 10 Jahre Sprachsalz

Martin Walser, Barbara Bongartz, © Sprachsalz

Vielstimmig sind die 10. Literaturtage Sprachsalz auch in diesem Jahr zu Ende gegangen: Die Organisatoren Magdalena Kauz, Heinz D. Heisl, Urs Heinz Aerni, Ulrike Wörner und Elias Schneitter freuen sich über ein gelungenes Jubiläum:

„Bis spätabends waren die Säle gefüllt, der Büchertisch besucht und die Autoren und Gäste in angeregte Gespräche vertieft – etwas Schöneres kann man sich für ein Literaturfestival nicht wünschen. 3500 Besucher haben das 10-Jahres-Jubiläum mit uns begangen, wir freuen uns, sie alle im nächsten Jahr wieder zu begrüßen!“

Volker Dittrich, © Sprachsalz

Am Sonntag waren zwei literarische Großmeister zu Gast: Auf der Terrasse des Parkhotels beeindruckte William H. Gass bei der einzigen Europa-Lesung aus seinem Monumentalwerk „Der Tunnel“ die Zuhörer. Martin Walser sprach mit Barbara Renno (Saarländischer Rundfunk) und Stefan Gmünder (Der Standard) über seinen soeben erschienenen Roman „Das dreizehnte Kapitel“ und stellte diesen im Rahmen einer Lesung vor.

Die Performances der US-amerikanischen Avantgardekünstler luden nicht nur zu einer Zeitreise in die Vergangenheit, sondern richteten den Fokus auch auf die gesellschaftspolitische Situation des Amerika von heute: Neben Jack Hirschman, Agneta Falk, Neeli Cherkovski, Gerard Malanga und Ann und Sam Charters waren Ruth Weiss und Maketa Groves zu erleben, die auch literarische Eindrücke ihrer ersten Sprachsalz-Besuche darboten: „Can’t stop the beat!“, der Leitspruch der 88-jährigen Ruth Weiss, soll auch für das Festival gelten. Gemeinsam mit Kei Kimura stellte Maketa Groves außerdem ihr gemeinsames Werk „Once Upon a Time Fukushima“ vor.

Die Schweizer Sprechkünstler Daniela Dill, Jens Nielsen und Christian Uetz waren für viele ebenso eine Entdeckung wie Bas Böttcher, Star auf den Poetry Slam- und Open Word-Bühnen. Als Jubiläumsgast, der bereits einmal bei Sprachsalz zu hören war, begeisterte Franz Dodel mit seinem gigantischen Endlos-Haiku die Fans. Einmal mehr zu hören waren außerdem Barbara Bongartz, Norbert Gstrein und Volker Dittrich, der sein Buch „Zwei Seiten der Erinnerung“ über die Brüder Edgar und Manfred Hilsenrath vorstellte. Felix Mitterer, ebenfalls zum zweiten Mal bei Sprachsalz, brillierte als Affe Rotpeter in Franz Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“.

Zeitgeschichtliches erzählten die österreichische Schriftstellerin Elisabeth Reichart, der deutsch-polnische Romancier und Lyriker Artur Becker und der französische Autor und Filmemacher Robert Bober. Der Lyriker Walle Sayer öffnete den Zuhörern mikrokosmische Welten und der Künstler Paul Renner bewies seine Mehrfachbegabung bei Sprachsalz.

Ebenso erfolgreich war ein Novum bei Sprachsalz, das bereits vor dem Festivalbeginn stattgefunden hatte: Im Rahmen von Literatur-Werkstätten führten Ulrike Wörner und Yves Noir Jugendliche und Heinz D. Heisl Erwachsene auf eine kreative Schreibreise. Die Veranstalter hoffen, diese auch im nächsten Jahr wieder durchführen zu können.

Das Festival endete mit der fulminanten szenischen Lesung des Schauspielers Thomas Sarbacher aus dem unveröffentlichten Text „Industrielandschaft mit Einzelhändler“ von Egon Monk. „185 Autorinnen und Autoren durften wir in den letzten zehn Jahren bei Sprachsalz begrüßen. Sie schenkten uns besondere Lesemomente und Literaturerlebnisse – wir sind schon gespannt, was die elfte Auflage bereithält“, so die Organisatoren. Die nächsten Literaturtage Sprachsalz finden vom 13. bis 15. September 2013 statt.

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