Carsten Sommerfeldt zieht eine positive Bilanz von Shared Reading beim Festival Read!Berlin

Experiment geglückt: Während des Literaturfestivals Read!Berlin [mehr…], das am Freitag zu Ende ging, stellten die Literaturvermittler Carsten Sommerfeldt und Thomas Böhm ihr Shared Reading Konzept (s. auch BuchMarkt, Heft 4/2016, S. 18) erstmals in Berlin einer breiteren Öffentlichkeit vor. Die Veranstaltungen waren gut besucht und machten Lust auf eine Wiederholung.

Carsten Sommerfeldt (l.) und Teilnehmer des Shared Reading

An fünf Festivaltagen boten Sommerfeldt und Böhm jeweils vormittags und nachmittags Shared Reading im Galli Theater in den Heckmann Höfen an. In dem gemütlichen, kleinen Theaterraum wurden ein paar Bistrotische zusammengeschoben, es gab Tee und Kekse. „Das Interesse an unseren Shared Reading-Schnupperkursen war groß“, zieht Carsten Sommerfeld, ehemaliger Pressesprecher im Berlin Verlag und bei Droemer in München, Bilanz. „Es kamen jeweils knapp zehn Gäste.“

Am Freitagnachmittag nahmen sechs Frauen und drei Männer unterschiedlichen Alters an den Bistrotischen Platz. Carsten Sommerfeldt schlüpft in die Rolle des Moderators. Dafür hat er sich in Liverpool eigens zum Facilitator ausbilden lassen. Der Facilitator wählt die Texte aus, diesmal eine Kurzgeschichte von Miranda July und ein Gedicht von Rilke, und hält die Fäden der Veranstaltung in der Hand.

Passagenweise lasen die Teilnehmer, die Lust dazu hatten, am Freitag die Texte laut vor. Jede Passage wurde anschließend Satz für Satz auseinander genommen, die Teilnehmer reflektieren das Gehörte, setzen es in Beziehung zu eigenen Erfahrungen. Niemand wurde aufgefordert etwas zu sagen, manche sprudelten gleich los, andere waren anfangs zurückhaltend, öffneten sich im Laufe der anderthalb Stunden aber doch und gaben ihre Gedanken und Gefühle preis. Und fast alle hinterließen am Ende ihre E-Mail-Adresse, denn sie hatten Lust bekommen, einen derartigen Austausch noch einmal zu erleben.

Das Konzept haben Sommerfeldt und Böhm aus Liverpool importiert, wo Jane Davis, mit The Reader seit Jahren erfolgreich ist und auch mit Demenzpatienten, Drogenabhängigen und Straftätern zusammenarbeitet.

ml

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