„Das Buch muss nervös werden“ – 1. Krisengipfel des BuchmarktFORUMs in München

Derzeit findet der 1. Krisengipfel des BuchmarktFORUMs im Münchener Literaturhaus statt. Im Laufe dieses Tages auf der von der Hypovereinsbank, vom Börsenverein Landesverband Bayern und BuchMarkt getragenen Veranstaltung geht es um die verschiedenen Krisenphänomene, denen sich die Branche gegenübersieht.

In seinen einführenden Worten vor den knapp 60 Teilnehmern erläuterte Dr. Andreas Meyer, die Krise werde in der Branche „nicht gerade locker“ diskutiert und gab einen kurzen Überblick über verschiedene Krisenaspekte (siehe auch BuchMarkt Heft 9/2009 und unser Interview [mehr…]). Meyer fürchtet, die strategischen Zusammenhänge könnten aus dem Blick geraten. Gleichzeitig betonte er die Stärken der Branche: Kein anderer Medienbereich habe so attraktive POS. Außerdem gehörten Bücher noch immer zu den beliebtesten Geschenken.

Zunächst führte Prof. Dr. Dirk Baecker von der Zeppelin Universität Friedrichshafen in seinem Vortrag „Wozu Bücher? Ein paar provokante Anmerkungen zu den aktuellen Krisenphänomenen“ vor, welche Auswirkungen veränderte Lesegewohnheiten in Gesellschaften haben. Das Buch müsse in einem multimedialen Zusammenhang stehen und „nervös werden“. Denn nur dann bekäme man den jungen Leser über die ersten 10 Seiten. Der Buchhandel sei noch in der vormodernen Phase, der Autor werde vor den Lesern und Buchhändlern bestmöglichst geschützt, ebenso die Kritiker vor den Lesern. Am Ende herrschen nur Fantasien über die eigentlichen Partner.

Für die Praxis der Verlage wird etwa Thorsten Roser in einem Szenario-Workshop mit den Teilnehmern eine Analyse vornehmen unter dem Motto „Welche Krise ist Ihre Krise?“, Dr. Rainer Meckes wird zu (Preis-)Management in der Krise sprechen (siehe auch [mehr…])und Franz Steinbild das heikle Thema der Bankenbeziehung unter die Lupe nehmen.

Noch immer verunsichert der Umgang mit der digitalen Welt die Branche. Diesem Thema widmen sich verschiedene Vorträge. Gunnar Siewert und Max Stralka etwa berichten von Bookrix, dem Myspace für Autoren: „Eine Autoren-Community ersetzt Verleger, Drucker und Handel“.

Am Ende des Tages wird Dr. Hans-Georg Häusel zusammenfassend sagen: „Die Buchbranche am Scheideweg …“.

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