Der Arbeitskreis Hörbuchverlage tagte in Berlin

Mittagspause bei der Tagung des Arbeitskreises Hörbuchverlage

Die Potenziale des Hörbuchs standen im Mittelpunkt der gestrigen Tagung des Arbeitskreises Hörbuchverlage. Moderatorin Michaela von Königsmarck wünschte sich zur Begrüßung auch einen regen Gedankenaustausch. Wenn dabei neue Ideen und Initiativen entstehen, sei das durchaus im Sinne des Veranstalters.

Zu Beginn konnten sich die Teilnehmer über die Aktivitäten des Arbeitskreises informieren, darunter Audiolounge [mehr…], ein Projekt, das den Handel unter anderem mit audiolounge kompakt, einer vierteljährlich verschickten Audio-CD über Hörbuchthemen, unterstützt. Soeben ist Nummer 1 „Krimi & Thriller“ erschienen. Im September bzw. Dezember folgen Ausgaben zu den Themen Fantasy und Kinder- und Jugendbuch.

Vor allem ging es in den Referaten und Diskussionen darum, neue Kundenkreise zu erschließen. Dazu arbeitet der Arbeitskreis an einer Awareness-Kampagne, die die Aufmerksamkeit fürs Hörbuch erhöhen soll. Die Branche habe in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet, sagte Henning Stumpp. Der Noch-Geschäftsführer von Argon [mehr…] sieht durchaus noch Wachstumspotenzial. Um neue Kunden zu erreichen, sei es wichtig, Trends zu erkennen und die Brille der Konsumenten aufzusetzen.

Stationär oder online? Wo werden künftig Hörbücher gekauft? Der Frage stellte sich eine Podiumsdiskussion, an der für den Buchhandel Julia Claren , Geschäftsführerin vom Kulturkaufhaus Dussmann und Ute Romeike von der Düsseldorfer Hörbuchhandlung Romeike teilnahmen. Beide appellierten an die Verlage auf die Gestalt des physischen Hörbuchs zu setzen. Eine angstvoll nach den Downloadportalen schielende Preispolitik mindere den Wert des Produkts.
Das Hörbuch werde in Zukunft einen wichtigen Teil der Mediennutzung einnehmen, ist Judith Behmer, Mitglied der Geschäftsleitung des Medieninstituts rheingold, überzeugt. Das „Zwitterwesen“ zwischen traditioneller und moderner Mediennutzung biete vielfältige Chancen, sagte sie in ihrem Referat. Wenn die Menschen immer mobiler werden, wachse die Suche nach einem Schutzraum, der einen von der Außenwelt abschottet. Dazu biete sich das Hörbuch geradezu an, das im klassischen Buchhandel ebenso seine Berechtigung habe wie – als mobiles mp3-fähiges Medium – in allen modernen Absatzkanälen.

Fazit der Diskussionsrunden am Nachmittag: Die Potenziale des Mediums sind noch nicht ausgeschöpft. Es gilt nun die Zielgruppe auszuweiten und neue Vertriebskanäle zu erschließen. Daneben sollte man die Chancen von Facebook und Twitter prüfen. Zudem dürften die Verlage nicht die Augen vor den Herausforderungen der Zukunft verschließen. Denn, so Holger Großmann vom Fraunhofer-Institut Digitale Medientechnologie, neue digitale Formate wie das „vernetzte Buch“ werden kommen.

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