Der Ariella Verlag feierte sein 5-jähriges Bestehen mit einem Familientag

Der Veranstaltungsort war treffend gewählt. Mit einem Familientag in der Ausstellung „Heimat Berlin“ des Jugend Museums in Schöneberg feierte der Berliner Kinderbuchverlag Ariella gestern seinen 5. Geburtstag.

Mirjam Pressler und Myriam Halberstam (l.) lesen aus „Zimmer frei im Haus der Tiere“

Ariella, Deutschlands erster jüdischer Kinderbuchverlag, wurde 2010 von Myriam Halberstam gegründet. Nach der Geburt ihrer beiden Töchter sei ihr aufgefallen, dass es kaum aktuelle deutschsprachige Kinderbücher über jüdisches Leben gab, erzählte die Filmemacherin, Journalistin und Autorin. „Für jüdische Kinder und Eltern sind unsere künstlerisch wie pädagogisch wertvollen Bücher eine langersehnte Bereicherung, nicht jüdische Lesern geben sie Einblick in die jüdische Kultur.“

„Diese Bücher gehören in alle Hände“, lobte denn auch Grünen Politiker Volker Beck, MdB, der ebenso seine Kollegin Petra Pau von den Linken und Bezirksstadträtin Jutta Kaddatz gratulierte. Eigens aus Landshut war Mirjam Pressler angereist, die das Bilderbuch Zimmer frei im Haus der Tiere, einen israelischen Klassiker von Leah Goldberg übersetzt hat.

Im Namen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gratulierte Gudrun Schulz dem Verlag, der bereits zweimal die Auszeichnung „Buch des Monats“ erhielt. Für Zimmer frei im Haus der Tiere und den ersten Band der auf fünf Bände angelegten Kinder-Torah Erzähl es deinen Kindern. Mittlerweile ist der zweite Band mit Illustrationen von Darius Gilmont erschienen. Das Cover der Torah findet sich auch auf dem Flyer für die Frühjahrstagung der Akademie, die sich im April dem Thema „Literarisch kulturelle Begegnungen mit dem Judentum – heute“ widmet.

Prof. Dr. Gudrun Schulz

Wer sich auskenne, habe auch mehr Verständnis für andere Kulturen, so Myriam Halberstam, die häufig auch in Schulen, Kindergärten und Bibliotheken aus den Büchern ihres Verlags liest. Sie sei sehr froh über diese Möglichkeit, Kindern Einblick in die jüdische Kultur zu geben, sagte sie. „Ich verstehe unsere Bücher auch als Aufklärung gegen Antisemitismus.“

Den ganzen Tag lang feierten das Jugend Museum und der Ariella Verlag – mit Lesungen und Musik, mit Theater und einem Schreibworkshop.

ml

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