Die Landesvertretung von Schleswig-Holstein ehrte Günter Kunert

Günter Kunert signiert

Der runde Geburtstag war zwar schon im März, doch gestern Abend hatte die Landesvertretung Schleswig-Holstein zu Ehren des Schriftstellers Günter Kunert (Foto)unter dem Motto „Fremd daheim“ zu Lesung und Gespräch eingeladen.

Das wollten sich die Berliner nicht entgehen entlassen Rund 250 Besucher füllten den großen Saal, um Günter Kunert zu erleben, der seit 30 Jahren in Schleswig-Holstein lebt, in Kaisborstel bei Itzehoe. Er schreibt Lyrik und Erzählungen, Drehbücher und Hörspiele, er malt und zeichnet. Michael Krüger, Kunerts langjähriger Verleger und Lektor, stellte seinen Freund als Multitalent vor. Zuletzt erschien im Hanser Verlag der Gedichtband „Als das Leben umsonst war“. Krüger erinnerte sich an die 60er Jahre, an seine erste Begegnung mit Kunert, der damals in Ostberlin lebte, an seine Eindrücke beim Grenzübergang und an Briefen aus dieser Zeit, die Kunert erst in den 90er Jahren beim Öffnen der Stasi-Akten erreichten.

Kunert beeindruckte das Publikum mit einer Lesung aus seinen Gedichten, bevor er im Gespräch mit Krüger von seiner „staatlich verpfuschten Kindheit“ und den Arbeitsbedingungen in der DDR erzählte. Von Zensur und Bückware und davon, wie es manchmal doch gelang, ein kritisches Buch durchzusetzen. Man erfuhr auch, dass Kunert schon als Kind gerne zeichnete, als Jugendlicher Edgar Wallace schätze, gern Archäologe geworden wäre und bis heute seine Texte mit der Schreibmaschine schreibt. Das kam beim Publikum gut an: Nach dem Schlussapplaus wurde es eng am Büchertisch der Buchhandlung Schleicher und Kunert signierte noch lange seine Bücher.

ML

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