Die Nicolaische Buchhandlung feierte 303. Geburtstag

Geschichtsträchtige Veranstaltung gestern Abend in Berlin: Vor genau 303 Jahren, am 3.Mai 1713 gründete Christoph Gottlieb Nicolai in Berlin die Nicolaische Buchhandlung. Grund genug für die geschäftsführende Gesellschafterin Martina Tittel, die die älteste Buchhandlung der Stadt vor einem guten Jahr übernahm, mit ihren Kunden und dem vierköpfigen Team zu feiern.

Martina Tittel und Dieter Beuermann

Zu Gast war Dieter Beuermann, Alt-Gesellschafter und auch heutiger Mitgesellschafter der Buchhandlung, sowie ehemaliger Verleger des Nicolai Verlags, den Christiane zu Salm in diesem Jahr gekauft hat [mehr…]. Beuermann erinnerte in seiner Treppenrede an die Anfänge der Buchhandlung vor über 300 Jahren. Voller Bewunderung erzählte er von dem Schriftsteller, Verlagsbuchhändler und Literaturkritiker Friedrich Nicolai, dem Sohn des Gründers, der die Buchhandlung in der Zeit der Aufklärung zu einer der führenden Buchhandlungen entwickelte. Zu den Autoren, die in jener Zeit im Nicolai Verlag veröffentlichten, zählen Lessing und Mendelssohn.

Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte der Umzug in das Haus Brüderstraße 13, das heute noch als Nicolaihaus bekannt ist. Wechselnde Eigentümer hielten die Buchhandlung in den folgenden Jahrhunderten auf Erfolgskurs. Es wurden mehrere Filialen eröffnet, und der Standort in der Dorotheenstraße sei in den 1920er Jahren die größte Buchhandlung Berlins gewesen, so Beuermann. Das damalige Geschäftshaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Buchhandlung aber nach kurzer Zeit in Friedenau wiedereröffnet, wo sie heute noch zu Hause ist.

Auch das gesamte Team der traditionsreichen Buchhandlung feierte mit

„Seit drei Jahrhunderten hat sich der Gedanke der Aufklärung und der Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs durch die Nicolaische Buchhandlung gezogen. Und auch heute fühlen wir uns der Tradition der Aufklärung verpflichtet“, betonte Martina Tittel. Heute sei es eine wesentliche Aufgabe der Buchhändler aus der Fülle des Angebots, die passenden Titel auszuwählen, um das Sortiment auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden.

„Mit unserer Sortimentsauswahl und unseren zahlreichen Veranstaltungen wollen wir den Zeitgeist vorantreiben, Anstöße geben und Diskussionen im Kiez anregen“, so Tittel, der auch die Leseförderung am Herzen liegt. „Lesen macht Spaß, das wollen wir schon den Kleinsten vermitteln.“ Das Angebot wird von der Klientel gut angenommen. So steht die Veranstaltung für ehrenamtliche Sprachlehrer „Wer hilft Sprache lehren?“, die Tittel in Kooperation mit dem Hueber Verlag anbietet, wegen der großen Nachfrage im Mai bereits zum dritten Mal im Veranstaltungskalender. Auch ein Beitrag im Sinne der Aufklärung.

ml

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