Frankfurt: Kooperation für das Vorlesen

Andrea Zimmermann (r.) übergibt die Bücher
an die Leiterin des Kindergartens
Mirjam von Niebelschütz

Gestern Abend fand im Kindergarten St. Aposteln in Frankfurt-Sachsenhausen eine Veranstaltung zum Thema Vorlesen für Kinder im Vorschulalter statt.

Das Besondere: Gleich drei Einrichtungen aus dem Stadtteil arbeiten in diesem Projekt zusammen. Im vergangenen Jahr kamen Eltern und Erzieher der Krabbelstube Benjamin auf die Idee, gezielt Bücher für Kinder bis zu drei Jahren auszuwählen. Aber wie?

„Die beiden Betreuungseinrichtungen für Kinder liegen nur 500 Meter voneinander entfernt. Es gibt mehrere Geschwisterkinder, bei denen die kleinen die Krabbelstube besuchen und die größeren in den Kindergarten gehen; die Eltern pendeln also zwischen beiden Häusern“, erklärte Britta Striemer, die sich als Mutter mit engagiert.
Die Einrichtungen haben unterschiedliche Träger – bei der Krabbelstube Benjamin ist es das Diakonische Werk, beim Kindergarten die katholische Gemeine St. Bonifatius – doch das spielt beim gemeinsamen Projekt keine Rolle.

„Die Elternschaft ist mit dem Thema Vorlesen vertraut, in beiden Einrichtungen gibt es bereits Buchbestände. Es geht uns darum, die richtigen Bücher für das jeweilige Alter zu finden“, erläuterte Striemer.

Das Bücher-Medien-Magazin Hits für Kids ist seit 20 Jahren in über 1000 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz erhältlich und stellt zweimal jährlich Novitäten für Kinder und Jugendliche vor. Seit 2005 besteht die Elternakademie.

In einem Text dieser Elternakademie, den Andrea Zimmermann von der Buchhandlung Buchplatz im Stadtteil lebendig vortrug, wurde auf verschiedene Entwicklungsstufen und Fähigkeiten der Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren eingegangen. Entsprechend stellten Andrea Zimmermann und ihre Kollegin Katharina Hepp die dazu passenden Bücher vor, darunter Klassiker und Novitäten.

„Das Wichtigste ist, sich Zeit für Kinder und Bücher zu nehmen. Wer in der Grundschule keine Bücher liest, wird das später auch meist nicht mehr nachholen. Deshalb ist es essentiell, dass sich Kinder sehr früh mit Büchern beschäftigen. Natürlich in alters- und kindgerechter Form und der jeweiligen Aufnahmefähigkeit angepasst“, fasste Zimmermann zusammen.

Zeit für Fragen gab es anschließend. „Was mache ich, wenn sich meine Kinder im Laden die ‚falschen’ Bücher aussuchen?“, wollte eine Mutter wissen. „Geht es um Texte, kann das Kind auf später vertröstet werden. Bei Bilderbüchern sollte man sich allerdings den Wunsch des Kindes anhören“, riet Zimmermann, „und wenn Sie gar nicht weiter wissen, kommen Sie zu uns in die Buchhandlung.“ Viele Eltern kennen den „Buchplatz“ bereits. Die Kinder auch, denn jeden Dienstag wird dort ab 15 Uhr vorgelesen; zuerst geht es um Bilderbücher, später um Novitäten oder Lieblingsbücher der Kinder.

Höhepunkt des Abends war die Übergabe eines Bücherpakets an den Kindergarten St. Aposteln. Außerdem hatte die Buchhandlung eine Auswahl an Pappbüchern für die unter Dreijährigen zusammengestellt – in der Elternschaft wurden Paten für diese Bücher gesucht.

„Was ist denn die beste Zeit zum Vorlesen?“, fragte eine junge Mutter später beim gemütlichen Plaudern. Klare Antwort der Buchhändlerinnen: immer.

JF

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