Frankfurter Poetik-Dozentur „Kempowski lesen“ gestern Abend mit Urs Widmer abgeschlossen

Ehe Urs Widmer ans Pult im Hörsaal VI der Goethe-Universität trat, gratulierten ihm die Zuhörer mit Beifall nachträglich zum 70. Geburtstag, den er vor fast genau vier Wochen feierte. Mit den ersten Worten zog Urs Widmer das Publikum in seinen Bann. Er las ein Kapitel aus Walter Kempowskis Roman „Alles umsonst“, erschienen 2006 im Knaus Verlag München.

Für die Frankfurter Poetik-Dozentur 2008 hatte Walter Kempowski bereits im Februar 2007 zugesagt, wusste jedoch schon im April, dass er dieses Datum kaum noch erreichen werde. Ihm blieb allerdings bis zu seinem Tod am 5. Oktober 2007 noch die Zeit, gemeinsam mit seiner Frau Werkpassagen auszuwählen, die statt einer regulären Vorlesung vorgetragen werden konnten.

Die Frankfurter Poetik-Dozentur, die auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken kann, wurde in diesem Jahr von fünf Ex-Poetik-Dozenten übernommen, um einen großen Kollegen zu ehren. Wilhelm Genazino las am 27. Mai aus „Aus großer Zeit“, Andreas Maier trug am 3. Juni Passagen aus „Tadellöser & Wolff“ vor, am 10. Juni las Josef Winkler aus „Hundstage“ und am 17. Juni Eva Demski aus „Herzlich willkommen“. Urs Widmer beendete die Reihe mit einem großartigen Vortrag.

JF

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