Fünfte Literaturtage Frankfurt: Neue Weltliteratur und der Globale Süden

Heute Vormittag stellten Messedirektor Juergen Boos, Litprom-Geschäftsführerin Anita Djafari, der Co-Sprecher von Afrikas Asiatische Optionen (AFRASO) an der Frankfurter Goethe-Universität Frank Schulze-Engler und Kurator Achim Stanislawski im Haus des Buches in Frankfurt das Programm vor.

Bereits im Vorfeld der Literaturtage, die am Wochenende 22. und 23. Januar im Frankfurter Literaturhaus stattfinden, gibt es erste Veranstaltungen dazu.

So ist am 20. und 21. Januar an der Goethe-Universität ein Symposium geplant, auf dem es um die Vorstellung von Weltliteratur aus dem Globalen Süden geht. Dabei werden beide Begriffe unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Ohne Anmeldung kann die Abendveranstaltung am 20. Januar um 18 Uhr – ebenfalls auf dem Campus Westend der Goethe-Universität – besucht werden. Da unterhalten sich Priya Basil (Großbritannien/Deutschland), Abdulrazak Gurnah (Sansibar/Großbritannien), Amanda Lee Koe (Singapur/USA) und Mukoma Wa Ngugi (Kenia/USA) über die verschiedene Auffassungen, was unter Weltliteratur und unter Globaler Süden zu verstehen ist.

Die Literaturtage starten am Freitag, 22. Januar, um 16 Uhr im Literaturhaus. Das zweitägige Programm enthält auch in der diesjährigen Auflage Lesungen, Podiumsdiskussionen, Werkstattgespräche, zwei Filmvorführungen sowie eine Performance. Alle Veranstaltungen werden moderiert und ins Deutsche übersetzt, ein Büchertisch der Buchhandlung Land in Sicht hält die verfügbaren Werke der beteiligten Autoren bereit.

Eine Zusage für die Teilnahme an den Literaturtagen liegt von den bereits oben genannten Autoren sowie von José Eduardo Agualusa (Angola/Portugal), Patrick Chamoiseau (Martinique), Jamal Mahjoub (Großbritannien/Sudan), Marc Nair (Singapur) und Luiz Ruffato (Brasilien) vor. Aus dem deutschsprachigen Raum sind Stéphane Bittoun, Michael Kegler, Cornelia Zetzsche, Thomas Brückner, Ilja Trojanow, Ruthard Stäblein, Katharina Borchardt, Claudia Kramatschek und Dirk Hülstrunk dabei und moderieren und lesen Texte.

Für die Übersetzungen konnten Jutta Himmelreich, Elisabeth Müller und Friederike Mast gewonnen werden.

„Die Literaturtage haben sich in Frankfurt etabliert und werden gut angenommen, der Vorverkauf läuft“, freute sich Anita Djafari. In diesem Jahr habe man den Themenkreis breiter gezogen, wolle ausloten, was Globaler Süden eigentlich bedeute. „Wir stehen dabei nicht unter dem Druck, nur literarische Novitäten vorstellen zu müssen, sondern können auch auf ältere, wichtige Bücher zurückgreifen“, erklärte die Litprom-Geschäftsführerin. Möglichst viele Titel der ausgewählten Autoren sollen auf Deutsch vorliegen – so lautete ein Kriterium für die Auswahl der Teilnehmer.
Djafari fügte hinzu: „Angesichts der Ereignisse in Köln war unsere Arbeit noch nie so wertvoll wie jetzt.“

„Es geht bei den fünften Literaturtagen um zwei Fragen: Was verstehen wir unter Globaler Süden und wie reagiert Literatur auf Politik“, sagte Juergen Boos.

„Wir beobachten die Tendenz, dass Autoren versuchen, sich von westlichem Literaturverständnis abzusetzen. Aber sie schotten sich dabei nicht ab. Außerdem ist der Begriff Weltliteratur ein interessantes Thema; keineswegs sind darunter die Bücher eines elitären Klubs zu verstehen“, ergänzte Frank Schulze-Engler.

Achim Stanislawski bemerkte: „Alle Autoren der Literaturtage sind Grenzgänger, bei der Angabe, aus welchem Land sie kommen und wo sie leben, gibt es oft Schwierigkeiten, weil das gar nicht so einfach festzustellen ist.“

Aktuelle Ereignisse werden im Umfeld der Literaturtage nicht außen vor gelassen. Am 18. Januar findet beispielsweise an der Goethe-Universität eine Veranstaltung des Zentrums für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) mit Abdulrazak Gurnah statt. Er wird zum Thema The Return Flight: writing migrancy sprechen. Dabei geht es um Flucht im Laufe der Geschichte, ihre Ursachen und Auswirkungen und ihre literarische Bearbeitung.

JF

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