Großer Andrang bei der Messe kleiner Verlage im Literarischen Colloquium Berlin

Was 2006 als Experiment begann, hat inzwischen Tradition: Bereits zum siebten Mal haben gestern Independent Verlage auf Einladung des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) ihre Bücher und Autoren präsentiert. Das Fest Kleine Verlage am Großen Wannsee [mehr…] war wieder einmal ein Publikumsmagnet.

Auch das unbeständige Wetter hielt die Berliner Literaturfreunde nicht von einem Ausflug zum Wannsee ab. Zwar wurde es nachmittags sonnig, doch es blieb kühl und recht windig. Und so mussten die 20 literarischen Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits zum vierten Mal in Folge ihre Stände statt im Garten in der Villa des LCB aufbauen.

„Wir würden gerne noch mehr Verlage einladen, doch bei schlechtem Wetter ist dann einfach zu wenig Platz“, betonte Thomas Geiger vom LCB. Die geladenen Verlage freuen sich über die Teilnahme und bei den meisten standen die Verleger und Verlegerinnen persönlich an den Ständen.

Schon immer war das Fest der kleinen Verlage, das von der Buchmesse Leipzig gesponsert wird, gut besucht, doch so groß wie in diesem Jahr war der Andrang wohl noch nie. Gäste jeden Alters informierten sich über die Verlagsprogramme und genossen die Lesungen auf der Terrasse mit Blick auf den Wannsee. Im 20-Minuten-Takt gaben sich hier bekannte und weniger bekannte Autoren das Mikrofon in die Hand. Unter anderem las Günter Herburger aus Haita. Kleine wilde Romane (A1), Katharina Bendixen hatte ihr neues Buch Gern, wenn du willst (Poetenladen) im Gepäck, David Wagner fragte Welche Farbe hat Berlin? (Verbrecher Verlag), Anila Wilms machte neugierig auf ihr Debüt Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens (Transit) und Secession Verleger Christian Ruzicska stelle Jérôme Ferraris Und meine Seele ließ ich zurück vor.

Die Besucher schlenderten von Tisch zu Tisch, stöberten und suchten das Gespräch mit den Verlegern. Ihre Verweildauer an den Ständen war hoch und viele nutzen die Gelegenheit, sich mit neuem Lesestoff einzudecken. Und wer sich nicht gleich entscheiden konnte, steckte die Frühjahrs- und Herbstvorschauen ein. Das Publikum war begeistert von der Literatur und der Atmosphäre, die Verleger waren zufrieden und wer weiß, vielleicht setzt bei den Berliner Buchhandlungen demnächst eine große Nachfrage nach den Titeln der kleinen Verlage ein.

Im LCB wird übrigens schon bald wieder gefeiert. Am 18. August steht das jährliche Sommerfest auf dem Programm, das in diesem Jahr der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband ausrichtet [mehr…].

ML

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