Hessisches Literaturforum: Orsolya Kalász, Marcus Roloff und Hagen Bonifer

Marcus Roloff
Orsolya Kalász

Lyrik und die Eröffnung einer Ausstellung waren Themen der Veranstaltung des Hessischen Literaturforums im Mousonturm am Donnerstag Abend in Frankfurt. Schade nur, dass es den Gästen aufgrund des Streiks von U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnfahrern schwer gemacht wurde, den Weg in die Waldschmidtstraße zu finden.

Harry Oberländer, Redakteur der Zeitschrift „Der Literaturbote“ und mitverantwortlich für das Programm des Literaturforums, machte eingangs auf die sich über zwei Wände erstreckende Installation „Schnittstelle“ des Künstlers Hagen Bonifer aufmerksam. Der beschäftigt sich in zahlreichen Projekten mit der „Lesbarkeit der Welt“. Das großformatige Werk gehört zu einer Ausstellung, die noch bis Mai im Flur und im Lesesaal des Literaturforums zu sehen ist.

Michael Wagener (l.) im Gespräch
mit Harry Oberländer

Dann las der 1973 in Neubrandenburg geborene Marcus Roloff aus seinen Gedichten. Der erste Band, „Herbstkläger“, erschien 1997 in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, ein weiteres Buch, „Gedächtnisformate“, 2007 im Gutleut Verlag Frankfurt. Roloff schildert Eindrücke und Befindlichkeiten an Orten wie den Schlössern in Potsdam-Sanssoucci, an den masurischen Seen, am Berliner Landwehrkanal oder in Frankfurt, neben Hamburg seine zweite Heimat.

Orsolya Kalász, geboren 1964 in Ungarn, seit 1984 als Autorin und Übersetzerin in Budapest und Berlin beheimatet, überraschte anschließend mit einfühlsamen Gedichten. Ihr erstes Buch, „Babymonster und die Gärtner“, erschien 1997 in der Connewitzer Verlags-Buchhandlung. Im letzten Jahr veröffentlichte sie „Alles, was wird, will seinen Strauch“ im Gutleut Verlag. Ihre Worte klingen wie eine ruhige Melodie, auseinander

Büchertisch des Gutleut Verlags

hervorgehend, ineinander verwoben, scheinen wie eine angestoßene, sanft fallende Reihe von Dominosteinen. Sie ist in beiden Sprachen zuhause, ein Glücksfall, auch wenn sie es selbst anders sieht: „Manchmal befinde ich mich zwischen den Sprachstühlen.“

Im Gespräch zwischen dem Leiter des Gutleut Verlags Frankfurt, Michael Wagener und Harry Oberländer kam nochmals die enge Verbindung von Kunst und Lyrik zum Ausdruck. Seit 1997 gibt es in der Gutleutstraße 15 einen Ausstellungsraum, 2002 wurde der Verlag gegründet, der sich vorrangig mit Kunst beschäftigt. So passe dann auch Lyrik gut ins Programm, zwei bis vier Bücher im Jahr hat sich der Verlag vorgenommen, eine lohnenswerte Aufgabe – nur Geld ist damit kaum zu verdienen.

Versucht werden muss es natürlich trotzdem: Deshalb stand ein Büchertisch des Verlages im Saal. Auch hier hätten mehr Besucher gut getan.

JF

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