In Berlin startete das Poesiefestival

Die Akademie der Künste am Hanseatenweg in Berlin, die in diesem Jahr ihren 50 Geburtstag feiert, bot am Freitagabendabend eine schöne Kulisse für die Eröffnung des diesjährigen Poesiefestivals. Bis zum 12. Juni treffen sich auf Einladung der Literaturwerkstatt 170 Künstler aus 37 Ländern in der Stadt.

In diesem Jahr liegt der Fokus auf Poesie und Kunst aus dem gesamten Mittelmeerraum – von Griechenland bis in den Maghreb, von Alexandria bis Beirut, von Istanbul bis nach Marseille.

Eröffnet wurde das Poesiefestival wieder mit „Weltklang – Nacht der Poesie“, einem Konzert aus Versen, Stimmen und Sprachen. Mit dabei waren u.a. Elke Erb und Michael Krüger aus Deutschland, Michael Ondaatje aus Kanada und Nina Kibuanda aus dem Kongo. Bei „Weltklang – Nacht der Poesie“ lesen die Dichter traditionell in ihrer Muttersprache, die deutschen Übersetzungen wurden in einer Anthologie exklusiv zur Poesienacht veröffentlicht.

„Zum nunmehr 11. Mal präsentiert das Poesiefestival Poesie vom Feinsten aus der ganzen Welt, als Gedichte im klassischen Sinn und in Verschränkungen mit anderen Künsten und Medien“, sagte in seinem Grußwort Thomas Wohlfahrt, der Leiter der Literaturwerkstatt und Direktor des Poesiefestivals, der zur Festivaleröffnung den Preis Ort im Land der Ideen für das Poesiefestival entgegennahm.

„Hier kann Dichten als facettenreicher Arbeitsprozess für jeden Besucher nachvollzogen werden“, heißt es in der Begründung. Der Kreativität und Vielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt: So wird auch Rappern und Tänzern eine Bühne geboten. Als besondere Schmankerl bietet das Festival zudem unter anderem den Workshop „VERSschmuggel“ an, bei dem internationale Dichter zusammenkommen und vorführen, wie menschliche und elektronische Übersetzungen ganz eigene Kunstwerke hervorbringen. Mit ihrem breit gefächerten Angebot beweist das poesiefestival berlin: Auch im 21. Jahrhundert werden bedeutende Werke der Poesie geschaffen – egal mit welchen Mitteln oder in welcher Ausdrucksform!“

Bei VERSschmuggel treffen in diesem Jahr deutsche und italienische Dichter aufeinander und übersetzen sich gegenseitig. Auch an die junge Zielgruppe ist gedacht. Das Programm für Kinder und das weiterbildungsprogramm für Lehrer ist so umfangreich wie nie zuvor.

Zum Schumann-Jahr schreiben Sabine Scho und Ulf Stolterfoht eine Neufassung von Chamissos Liederzyklus Frauenliebe und –leben, der Komponist Jan Müller-Wieland bringt dazu eine Neukomposition auf die Bühne.

Begleitet wird das Festival von Ausstellungen rund ums Mittelmeer in Berliner Kulturinstitutionen und Botschaften und Lyrikline, die Website für Poesie, präsentiert unter www.lyrikline.org ein Mittelmeer-Special.

Das Festival endet am 12. Juni mit einer szenischen Aufführung der friulanischen Gedichte von Pier Paolo Pasolini.

Informationen unter www.literaturwerkstatt.org

ML

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