Irisiana Buchpräsentation in der Königlichen Gartenakademie Berlin

Karin Stuhldreier, Gabriella Pape (v. l.)

„Gardening is the new sex“ – diesem britischen Spruch folgt die erfolgreiche Gartendesignerin Gabriella Pape in ihrem neuen Buch Meine Philosophie lebendiger Gärten, das jetzt im Irisiana Verlag erschienen ist. Gestern Abend stellte sie den Titel in einem Seminarraum ihrer Königlichen Gartenakademie vor.

Irisiana Programmleiterin Karin Stuhldreier war aus München angereist und begrüßte an die hundert – überwiegend weibliche – Gäste in dem ehemaligen Gewächshaus der auf Peter Joseph Lenné zurückgehenden Königlichen Gartenlehranstalt in Berlin Dahlem. Anfangs hatte Karin Stuhldreier skeptisch reagiert, als ein Agent ihr das Buchprojekt vorstellte. „Ein Gartenbuch bei Irisiana? Wo wir doch für unser Programm das Motto ‚Der Mensch steht im Mittelpunkt‘ gewählt haben.“ Doch dann ließ sie sich schnell überzeugen. Der Garten sei eines der schönsten Grundbedürfnisse des Menschen, habe Gabriella Pape ihr erklärt. Zudem sei das Verhältnis von Land- zu Stadtbevölkerung 2007 erstmals gekippt und mehr Menschen lebten in der Stadt als auf dem Land, so Stuhldreier. „Die Sehnsucht nach der eigenen kleinen Scholle wächst.“

Statt einer herkömmlichen Lesung erzählte Gabriella Pape voller Leidenschaft, was sie motiviert hat. Das Publikum erfuhr, dass die gebürtige Hamburgerin schon als Kind die Arbeit im Garten der Eltern als Geschenk empfunden hat. Während andere mit der Puppenstube spielten, hat sie gepflanzt und gejätet. Einsam fühlte sie sich dennoch nicht. „Im Garten gibt es kein Alleinsein.“ Später studierte sie in Großbritannien Landschaftsarchitektur und Gartenkultur, heimste auf der berühmten Chelsea Flower Show einen der begehrten Preise ein und gründete vor zwei Jahren gemeinsam mit Isabelle Van Groeningen die Königliche Gartenakademie in Berlin.

Mit ihrem Buch wolle sie Lust auf Garten machen, die Menschen in den Garten verführen. Alles was man braucht seien nur ein paar Ideen und Anregungen, ein bisschen Mut, manchmal auch Geduld und Demut, Hingabe und Zuversicht in die Kräfte der Natur. Man müsse aber auch bereit sein, in den Garten Liebe hineinzugeben wie in eine menschliche Beziehung. „Gärten sind etwas Lebendiges, sie reflektieren schnell und dankbar die Liebe, die man ihnen zukommen lässt,“ so Gabriella Pape. Ihr grüner Enthusiasmus wirkt ansteckend. Man wollte augenblicklich aufstehen und seinen Garten, seine Terrasse oder den Balkon neu gestalten. Der Buchhandel habe gut geordert, so Karin Stuhldreier, auch der Büchertisch leerte sich zusehends und Gabriella Pape signierte bereitwillig beim anschließenden Empfang im Café der Königlichen Gartenakademie.
ML

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