Joachim Król las zum Auftakt des isländischen Ehrengastauftritts

Ein schöner Auftakt heute in Berlin. Im Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften las der bekannte Film- und Fernsehschauspieler Joachim Król aus dem druckfrischen Roman Taxi 79 ab Station von Indridi G. Thorsteinsson (Transit).

Moderator Thomas Böhm, der Leiter des literarischen Programms Sagenhaftes Island, begrüßte das zahlreich erschienene Publikum zur ersten Buchpremiere im Rahmen des isländischen Ehrengast¬auftritts auf der Frankfurter Buchmesse.

„Taxi 79 ab Station“ erschien 1955 als erster Roman von Indridi G. Thorsteinsson und ist in Island inzwischen ein Klassiker. Der Autor starb 2000 im Alter von 74 Jahren. Er ist übrigens der Vater des derzeit bekanntesten isländischen Krimiautors Arnaldur Indridason.

„Taxi 79 ab Station“ sei der erste Roman von Indridi G. Thorsteinsson, der auf Deutsch erscheint, freute sich Botschafter Gunnar Snorri Gunnarsson und erzählte, dass die Geschichte in seiner Heimat 1962 von Erik Balling, dem Regisseur der Olsenbande, verfilmt wurde. Er könne sich noch gut an den Skandal erinnern: „Es gab ein bisschen Haut zu sehen“ sagte der Botschafter, bevor er die ersten Sätze des Romans auf Isländisch las.

Anschließend begeisterte Joachim Król das Publikum mit seiner eindrucksvollen Sprache und der Geschichte um den Taxifahrer Ragnar, der sich in eine elegante Frau in einem Buick verliebt, und wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Auch ein kurzer Ausschnitt aus der Verfilmung des Romans machte neugierig auf mehr.

Joachim Król, Thomas Böhm,
Betty Wahl, Rainer Nitsche (v.l.)

Die Übersetzungsprobe von Betty Wahl habe ihn überzeugt, erzählte Rainer Nitsche, Verleger des Transit Verlags, der auf der Leipziger Buchmesse mit dem Kurt Wolff Preis 2011 ausgezeichnet wird.

Indridi G. Thorsteinsson habe in einer Sprache geschrieben, die modern wirke, auf den zweiten Blick aber nicht modern sei, sagte Betty Wahl und erzählte von den Schwierigkeiten, die Sprachnuancen zeitgetreu wiederzugeben. Mit Hochdruck arbeitet sie an weiteren Übersetzungen, die bis zum Herbst vorliegen sollen. Im Transit Verlag erscheint im März von ihr übersetzt ein weiteres Buch: Das Glitzern der Heringsschuppe in der Stirnlocke, eine Reise durch Island und ein isländisches Familienporträt von Oskar Arni Oskarsson.

Wer in der isländischen Botschaft nicht dabei sein konnte, „Taxi 79 ab Station“ ist auf jeden Fall ein schönes Leseerlebnis. Und Gelegenheiten, isländische Literatur kennenzulernen, gibt es in den nächsten Wochen und Monaten viele. In den nordischen Botschaften steht als nächstes eine Lesung aus „Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft“ (Walde + Graf) mit dem Autor Gyrðir Elíasson und dem Schauspieler Thomas Sarbacher am 15. März auf dem Programm. Alle Termine des Ehrengastauftritts sind gebündelt unter www.sagenhaftes-island.is/de

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