Literaturtage Mittelamerika in Frankfurt

Eduardo Peña Haller, Anita Djafari und
Rodrigo Fernández Vargas präsentieren das Plakat

Zum dritten Mal veranstaltet LITPROM, die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, im Literaturhaus Frankfurt ein kleines Literaturfestival. Heute stellte Geschäftsleiterin Anita Djafari das Programm im Haus des Buches vor.

Als Gäste konnte sie dazu den Konsul Eduardo Peña Haller, Generalkonsulat von Mexiko in Frankfurt, und Kulturattaché Rodrigo Fernández Vargas begrüßen.

Im Literaturhaus werden am 24. und 25. Januar insgesamt dreizehn Diskussionen, Lesungen, Werkstattgespräche, Filmvorführungen und Musik mit acht Autoren aus Costa Rica, El Salvador, Mexiko, Guatemala, Nicaragua und den USA im stattfinden. Karten gibt es über das Literaturhaus, der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Während sich die ersten Literaturtage 2012 mit den damals hoch aktuellen arabischen Ländern beschäftigten, ging es 2013 um Afrika. „Beim diesjährigen Literaturfestival wollen wir eine Region beleuchten, die literarisch nicht mehr so sehr in Erscheinung getreten ist. Das entspricht auch unserem Selbstverständnis als LITPROM“, unterstrich Anita Djafari. „Wir wollen Zugängliches dem Publikum vorstellen.“ Aus diesem Grund fehlen die Länder Panama und Belize – aus diesen Staaten liegen keine Übersetzungen ins Deutsche vor. Die Karibik wurde bewusst ausgeklammert, das würde den Rahmen der Literaturtage sprengen.

Beispielhaft für die eingeladenen Gäste nannte Djafari die junge Autorin Valeria Luiselli aus Mexiko, die in den USA lebt. Im März 2013 erschien von ihr der Roman Die Schwerelosen im Verlag Antja Kunstmann auf Deutsch. Soeben ist ihr Essay-Band Falsche Papiere im gleichen Verlag herausgekommen.

Ebenfalls dabei ist der 1949 in Spanien geborene und seit 1957 in Mexiko lebende Paco Ignacio Taibo II, einer der bekanntesten Kriminalschriftsteller, von dem neun Bücher auf Deutsch vorliegen, darunter auch die 1997 in der Edition Nautilus erschienene Che Guevara-Biografie.

Von der Mexikanerin Carmen Boullosa gibt es leider keine neuen Übersetzungen, obwohl sie 15 Romane schrieb, außerdem Essays, Gedichte und Theaterstücke.

Der in den USA lebende Héctor Tobar, Kind guatemaltekischer Einwanderer, zeichnet im Roman In den Häusern der Barbaren, 2012 im Piper Verlag publiziert, das Gesellschaftsbild der Großstadt Los Angeles, in der Menschen aus vielen Nationen leben und miteinander klar kommen müssen.

Ihre Teilnahme bestätigt haben außerdem die Autoren Fernando Contreras Castro aus Costa Rica, Jacinta Escudos aus El Salvador, Alan Mills, geboren in Guatemala und Sergio Ramirez aus Nicaragua. Aus Deutschland sind der Schriftsteller Raul Zelik und die Sachbuchautorin und Filmemacherin Jeanette Erazo Heufelder angekündigt. Alle Veranstaltungen werden übersetzt und moderiert.

„Wir bekommen Hilfe vom Goethe-Institut in Mexiko sowie von der Mexikanischen Botschaft und dem Generalkonsulat“, unterstrich Anita Djafari. Die Frankfurter Buchmesse, die GIZ und das Auswärtige Amt gehören ebenfalls zu den Unterstützern.

„Mit den Literaturtagen Mittelamerika wollen wir sowohl auf Grenzen zwischen Staaten hinweisen als auch die Grenzen überwindende Arbeit der Schriftsteller aufzeigen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was literarisch in diesen Ländern passiert. Dabei spielen gesellschaftspolitische Themen wie die Aufarbeitung der 1980er Jahre, der Einfluss von Gewalt und Drogen natürlich ebenfalls ein Rolle“, umriß Djafari den Inhalt des kleinen Festivals.
Wer sich mit Lektüre mittelamerikanischer Autoren versorgen möchte, findet zu den Veranstaltungen einen entsprechenden Büchertisch, den die Buchhandlung Land in Sicht übernimmt.

Zum Abschluss wird am Samstag, 25. Januar, unter dem Titel Über Text-Grenzen hinaus ein Abend mit Lyrik und Musik der Grupo Sal Duo stattfinden.

Details zu den Literaturtagen Mittelamerika sind unter www.litprom.de nachlesbar.

JF

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