Münchner Bücherschau Junior: 19.000 Besucher in neun Tagen

Die diesjährige Münchner Bücherschau Junior, die neun Tage im Münchner Stadtmuseum residierte, zog 19.000 kleine und große Besucher an. So wurden die neuen junior Vorlese-Nachmittage in wechselnden Sprachen, nicht nur in Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch, sondern auch in Griechisch, Türkisch, Polnisch und Portugiesisch gut besucht. Ergänzend zu diesem Angebot gab es die Sonderausstellung „Mehrsprachige Bücher“, vielsprachige Schreib-Workshops und ein Erzieherseminar.

Zwei von 19.000 (Foto: Kerstin Dahnert)

Zum Lesen, Hören, Sehen, Entdecken und Ausprobieren verführten insgesamt rund 5.000 ausgestellte Kinderbücher, Hörbücher, Kindersoftware, Spiele, Lernhilfen und Elternratgeber aus rund 90 Verlagen sowie die Sonderausstellungen „Kinder- und Jugendbücher druckfrisch – aktuelle Kinderbücher empfohlen von der Eselsohr-Redaktion“, „Bücher für Erstleser“ und „Schullektüren“. Dazu kamen vier Illustrationsausstellungen. Am Freitagnachmittag und an den Wochenenden ging es hoch her in den Offenen Werkstätten und der Bilderbuchwerkstatt von Kultur & Spielraum, und die Kinder kreierten mit viel Spaß und Engagement Bücher, Magazine und Animationsfilme. Die entstandenen Kurzfilme wurden zum Abschluss der Münchner Bücherschau junior im Kinosaal präsentiert, in dem an den Wochentagen nachmittags halbstündlich wechselnde Bilderbuchfilme gezeigt wurden.

„Leseförderung, Lust aufs Lesen zu wecken, ist unser zentrales Anliegen. Der Anteil der Kinder, die jeden Tag oder fast jeden Tag lesen, ist bei den Mädchen dreimal so hoch wie bei den Jungen. Daher ist es uns wichtig, mit dem jeweiligen Programm der Münchner Bücherschauen auch die Jungs anzusprechen“, erklärt Dr. Klaus Beckschulte, Geschäftsführer Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V..
So las Oliver Pötzsch inmitten historischer Rüstungen aus „Ritter Kuno Kettenstrumpf“ und brachte sogar ein Kettenhemd zum Anfassen mit. Bei dem Erstling von Anna Ruhe, „Seeland“, erlebt der Protagonist Max Erstaunliches auf der Suche nach seinem Vater, beim Nachmittag für Kriminalisten mit Andrea Schwendemann und Tobias Bungter kamen auch Jungen voll auf ihre Kosten. Ganz zu schweigen vom „Workshop mit dem Taschenmesser“ von Felix Immler, die erste Veranstaltung, die ausgebucht war. Ausverkauft bis auf den letzten Platz auch „Abenteuer in München“, eine Lesung mit Ausstellungserkundung „Typisch München!“, die Exkursionen in die Residenz, das Cuvilliés-Theater und zum Bayerischen Rundfunk sowie die Lesung mit Silke Schlichtmann in der Pasinger Fabrik. Dieses Format „Lesung mit Familienfrühstück“ erfreut sich traditionell so großer Beliebtheit, dass auch für diese Veranstaltung als eine der ersten keine Karten mehr zu bekommen waren. Hochstimmung herrschte bei der Veranstaltung „Ein Amerikaner in Paris“ durch die Verknüpfung von Lesung, Musik und plakativer Illustration, beim Zirkus-Theater rund ums Buch von Projecto Anagrama und beim Comic-Nachmittag mit Live-Zeichnen mit Collin McMahon und Ulf K.

Begeistert machten die Kinder bei den Workshops mit, die auch ausnahmslos ausgebucht waren: Lesung mit Bastel-Näh-Workshop von Ruth Feile, Fingerpuppen-Workshop mit Meike Haas, der Schreib-Workshop mit Ulla Mothes oder der Ruck-Zuck-Zeichen-Workshop mit Franziska Biermann. Und bei Franziska Gehm kamen, passend zu den pupsenden „Vulkanos“, Pupskissen zum Einsatz.

Heiß begehrt wie jedes Jahr bei Erziehern, Lehrern und Kindern, das Kindergarten- und Schulklassenprogramm. Vor allem für Kindergartengruppen und Erstleser könnte das Angebot doppelt so groß sein. Rüdiger Bertram stellte „Mo und die Krümel“ vor und ließ sich von den Erstklässlern das Lied „Alle Kinder lernen lesen“ vorsingen. Tanja Dückers erfand zusammen mit den Kindern neue Farbnuancen von Walfisch- bis Spiderman-Blau. Und Andrea Schomburg ließ mit ihren Gedichten verrückte Tiere wie Mondfische, Nacktmulle und Blaufußtölpel lebendig werden.

Als Fazit zitieren die Veranstalter aus dem Gästebuch: „Ein rundum schönes und auch schön umgesetztes Konzept für Kinder aller Altersgruppen und ihre Eltern, sich mit Muße mit Büchern zu beschäftigen. Auch dank der gut gestalteten Stellwände, die den Raum strukturieren, Rückzugsräume bieten und Bücher auf Augenhöhe zeigen, in Kombination mit den Sitzsäcken eine einladende Leselandschaft schaffen. Große Wirkung mit wenigen einfachen Möbeln.“ Oder knapper der Kommentar einer Besucherin aus Miesbach: „Wie jedes Jahr einen Tagesausflug wert.“

Die Münchner Bücherschau junior wird veranstaltet von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern Service GmbH in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und freundlicher Unterstützung von Münchner Stadtmuseum, BR KLASSIK, cbj, Verein zur Leseförderung e.V., Sparda-Bank, der MVG und Büttenpapierfabrik Gmund. Bilder von der Eröffnung finden Sie hier: [mehr…]

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