Pavel Kohout las in der Botschaft von Tschechien

Kohout signiert

Ein großer Auftritt, eine beeindruckende Lesung gestern Abend in Berlin. In der Botschaft der Republik Tschechien las Pavel Kohout (Foto) aus Die Schlinge (Osburg). Damit hat der tschechisch-österreichische Schriftsteller nun nach längerer Zeit wieder einen Roman veröffentlicht.

Botschafter Rudolf Jindrák konnte sich über einen voll besetzten Saal freuen. In seinem Grußwort stellte er Pavel Kohout als eine der lautesten Stimmen des Prager Widerstands vor, der in seinen Büchern persönliche Erlebnisse mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft.

„Die Schlinge“ führt ins Jahr 1948, als die Kommunistische Partei versucht, die politische Macht in der Tschechoslowakei endgültig an sich zu reißen. Über den Charakter Jan Soukup, einen jungen Dichter, erfuhr das Publikum, dass er – wie Kouhout damals – ein junger Kommunist ist. Das Buch sei aber nicht autobiografisch, erzählte der charismatische Autor. Beim Schreiben folge er seinen Figuren mit großer Neugier. Und bis zum Schlüsselmoment wisse er selbst nicht, wie sie sich entscheiden werden.

Pavel Kohout, der in Prag und Wien lebt, las den Text auf Deutsch. Geschrieben hat er den Roman auf Tschechisch. Für die Übersetzung habe sich der Autor ein junges Talent gewünscht, erzählte Verleger Wolf-Rüdiger Osburg. Das habe man mit Aleš Půda von der Universität Heidelberg gefunden, lobte Kohout.

Mit seinem neuen Roman hat Pavel Kohout, dessen Bücher zuvor bei Knaus erschienen sind, den Verlag gewechselt [mehr…]. Osburg sei ein Verlag nach seinem Gusto, betonte er. „Ich fühle mich in guten Händen.“ Für den Herbst 2010 kündigte Verleger Osburg die Memoiren Pavel Kohouts an. Auch seine früheren Bücher sollen im Osburg Verlag neu aufgelegt werden.

In Tschechien wurde „Die Schlinge“ bereits fürs Fernsehen verfilmt. Man wünscht sich, dass der Film bald synchronisiert wird. Aber erst einmal wird gelesen. Der Stapel am Büchertisch der Buchhandlung Ferlemann & Schatzer schrumpfte gestern Abend zusehends und es bildete sich eine lange Schlange am Signiertisch.

ML

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