A. Springer schreibt wieder schwarze Zahlen / Auch Buchumsätze sind stabil

Der Axel Springer Verlag schreibt nach dem ersten Verlustjahr seiner Geschichte wieder schwarze Zahlen und erwartet auch im gesamten Jahr Gewinn. Auf Grund der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen rechne der Vorstand für das Gesamtjahr 2002 mit einem positiven Ergebnis, teilte Europas größtes Zeitungshaus in Berlin mit. Voraussetzung sei, dass sich die Konjunktur nicht weiter verschlechtere.
Im ersten Halbjahr sei trotz anhaltend schwierigen Konjunktur- und Branchenumfeldes ein Überschuss nach Steuern und Abschreibungen von 72 Millionen Euro erzielt worden. Dies sei ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahresniveau um 58 Millionen Euro. Das operative Ergebnis sei um 8 Millionen auf 42 Millionen Euro gestiegen.
Nach Darstellung des Verlages greift das Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm, das unter anderem den Abbau von zehn Prozent der Arbeitsplätze bis Ende 2003 und eine Bereinigung des Portfolios umfasst. Die „erheblichen marktbedingten“ Rückgänge der Anzeigenerlöse seien kompensiert worden. Darüber hinaus hätten sich Sonderfaktoren positiv auf den Überschuss ausgewirkt.
Der Umsatz lag im ersten Halbjahr mit 1,368 Milliarden Euro um 4,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Anzeigenumsätze seien um 9,3 Prozent auf 528 Millionen Euro zurückgegangen. Die Zeitungen seien am stärksten von der „Anzeigendepression“ betroffen gewesen. Ihre Gesamtumsätze seien um 6,4 Prozent auf 703 Millionen Euro zurückgegangen, wobei das Anzeigengeschäft um mehr als 11 Prozent abnahm. Die Zeitschriften steigerten dagegen ihre Umsätze leicht um 0,8 Prozent auf 373 Millionen Euro bei geringen Einbußen im Anzeigengeschäft. Die Buchumsätze seien entgegen dem Markttrend mit 77 Millionen Euro stabil geblieben. Die elektronischen Medien legten den Angaben zufolge um 15,8 Prozent auf 44 Millionen Euro zu.
Der Personalaufwand sei um 4 Millionen (- 0,9 Prozent) auf 450 Millionen Euro zurückgegangen. Der Einspareffekt werde überwiegend durch Tariferhöhungen und neue Aktivitäten kompensiert, hieß es. Der Axel Springer Verlag beschäftigte im ersten Halbjahr 2002 im Schnitt 13 598 Mitarbeiter. Das waren 540 weniger als im Vorjahreszeitraum. Anfang Juli waren noch 13 406 Mitarbeiter in dem Verlag tätig. dpa

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