Arthur Zimmermann über Bildungswertpapier und Unternehmensanleihe

Arthur Zimmermann

Arthur Zimmermann, Finanzvorstand der Ernst Klett AG, erläutert im Interview mit buchmarkt.de die Gründe für die Begebung der Anleihe, das Bildungswertpapier II, und worin er darin Vorteile für Anleger sieht.

buchmarkt.de: Warum geht ein Familienunternehmen diesen Weg?]
Arthur Zimmermann: Wir gehen ja nicht zum ersten Mal diesen Schritt. Schon mit unserer Mitarbeiterbeteiligung (unserem Genussscheinmodell) 1993 und 2005 dem Bildungswertpapier I haben wir Anlegermodelle als Finanzierungsalternativen gewählt. Und der große Erfolg der beiden Zeichnungen, hat uns darin bestätigt, erneut eine Unternehmensanleihe zu begeben. Die weitere Begebung einer Anleihe spiegelt komplementär zur Bankenlandschaft die Etablierung eines zweiten Standbeins zur Finanzierung von Wachstumsfeldern wider.

Ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Unternehmensanleihe?
Die Wirtschaftskrise ist natürlich gerade in aller Munde aber das bedeutet ja nicht, dass unternehmerisches Handeln einfach aufhören sollte oder darf. Ganz im Gegenteil. Und gerade als Familienunternehmen können wir ruhiger und weitsichtiger agieren, als vergleichbare börsennotierte Unternehmen, weil wir keine Abhängigkeit vom Kapitalmarkt haben. Zudem zeigen die Zahlen von 2008 ja deutlich, dass wir auch in Krisenzeiten stabil sind, ja sogar Wachstum erwirtschaften konnten.

Was ändert sich dadurch – nach innen nach außen?
Im Prinzip ändert sich durch das Bildungswertpapier II erst einmal nichts. Wir werden unser Wachstum, d.h. unsere weiteren unternehmerischen Entscheidungen mit aller Sorgfalt und Umsichtigkeit wie bisher treffen; das ist das oberste Prinzip eines Familienunternehmens. Die zusätzlichen Geldmittel werden wir verantwortungsvoll und weitsichtig in die Zukunft unseres Hauses investieren.

Welche Alternativen hätte es sonst gegeben?
Die Möglichkeit eines bankenfinanzierten Kredites wäre eine denkbare Alternative gewesen. Aber unsere guten Erfahrungen mit dem Bildungswertpapier I haben uns darin bestärkt, dass eine Unternehmensanleihe für uns eine weitere Form der Wachstumsfinanzierung darstellt – ergänzend zur Banken- und zur Eigenfinanzierung. Gerade in den Zeiten der Unruhe auf den Kapitalmärkten muss der Mittelstand auch neue Wege der Unternehmensfinanzierung suchen. Klett tut dies mit dem nun schon zweiten Bildungswertpapier seit fünf Jahren sehr erfolgreich.

Welche Ziele werden dadurch möglich?
Konkret werden wir die Mittel aus der Unternehmensanleihe für den bereits getätigten Erwerb des FORUM Institut für Management, Heidelberg, in neue Schulen und Hochschulen aufwenden. Zudem werden wir auch in die weitere Verbesserung unserer Produkte und in die Neuentwicklung neuer strategischer Felder investieren, um in sich ändernden Märkten – durch Internet und globalisierte Kontexte – unseren Kunden auch weiterhin die bestmöglichen Produkte anbieten zu können. Das verstehen wir unter unserem unternehmerischen Auftrag; wir wollen mit guten Inhalten und Produkten den Kunden Bildungsangebote anbieten und natürlich damit Geld verdienen. Verantwortungsbewusst und nachhaltig, das dient dem Interesse unserer Kundenanforderungen, unserer Mitarbeiter und unserer Anleger.

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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