Axel Springer Verlag präsentiert Jahresabschluss 2001: Konzern-Jahresfehlbetrag belief sich auf 198 Mio. Eur. / Bekenntnis zu den Buchverlagen

Bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Vorstandschef des Axel Springer Verlag hatte Mathias Döpfner gestern keine leichte Aufgabe. Denn das Umfeld für alle und auch für den ASV sieht nicht rosig aus: Das Verlagshaus bekommt auch 2002 die miese Konjunktur im Anzeigengeschäft zu spüren. In den ersten vier Monaten sind die Werbeerlöse nochmals um rund 9% Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2001 war beim ASV ein Verlust von 198 Mio Euro angefallen.

Was unsere Branche besonders interessiert: Döpfner bekannte sich ganz klar zu „seinen“ Buchverlagen. Augenzeugen sprechen von einem flammenden Plädoyer für die Buchgruppe und besonders für deren Chef Christian Strasser[mehr…].

Der Axel Springer Verlag erzielte im Geschäftsjahr 2001 ein operatives Ergebnis in Höhe von EUR 14 Mio. Es liegt aufgrund des rückläufigen Anzeigengeschäfts, der gestiegenen Papierpreise, der weiter hohen Aufwendungen für die Sicherung und den Ausbau des Kerngeschäfts sowie der Abschreibungen auf Rechte und Bestände bei den Buchverlagen und der Integrationskosten des zu Jahresbeginn erworbenen Wilhelm Heyne Verlages unter dem operativen Ergebnis des Vorjahres von EUR 199 Mio. Der Konzern-Jahresfehlbetrag belief sich auf EUR 198 Mio. (Vorjahresüberschuss EUR 98 Mio.). Aufwendungen für beschlossene Restrukturierungsmaßnahmen, Abschreibungen auf Finanzanlagen sowie die im Gegensatz zu den Vorjahren erfolgswirksamen Firmenwertabschreibungen haben das Ergebnis gemindert. Die Umsatzerlöse gingen, bedingt durch den Einbruch auf den Anzeigenmärkten, um 1,3 % auf EUR 2 864 Mio. zurück.
Der schwierigen Konjunkturlage und den gestiegenen Papierpreisen begegnet der Axel Springer Verlag mit einem konsequenten Programm der Reorganisation und Portfoliobereinigung. Konzernweit wurde ein Abbau des Personalstandes um zehn Prozent bis Ende 2003 eingeleitet und zu weiten Teilen bereits umgesetzt.
„Wir erleben die größte Krise der Printmedien seit dem zweiten Weltkrieg“, betonte Döpfner. Besonders hart habe es die Rubrikenmärkte der Zeitungen getroffen, darunter leide die gesamte Branche. Trotz gegenwärtig schwieriger Rahmenbedingungen äußerte sich der Vorstandsvorsitzende zur Zukunft des Unternehmens optimistisch.
Erstmals seit Ausübung der Option zum Verkauf seiner Anteile an der ProSiebenSAT.1 Media AG Ende Januar äußerte sich der Vorstandsvorsitzende öffentlich zu den Hintergründen dieser Entscheidung und zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen des Verlages in Folge der finanziellen Schwierigkeiten des Gesellschafters Kirch. Mit Rücksicht auf ein laufendes juristisches Verfahren wollte Döpfner keine aktuelle Einschätzung abgeben, betonte jedoch: „Der Vorstand ist in dieser Angelegenheit ausschließlich den Interessen des Axel Springer Verlages verpflichtet und hat dementsprechend gehandelt.“
Döpfner führte weiter aus: „In der Put-Option liegen keine wirtschaftlichen Risiken für den Axel Springer Verlag. Die Anteile der Senderfamilie verbleiben so lange im Eigentum des Verlages, bis der vereinbarte Verkaufspreis bezahlt ist oder wir eine wirtschaftlich vertretbare Alternativlösung akzeptiert haben. Ein potenzielles Abschreibungsrisiko besteht in keinem Fall.“
Zu den Spekulationen um das 40-Prozent-Paket der Aktien des Axel Springer Verlages sagte Döpfner: „Wir führen derzeit konstruktive Gespräche mit der Deutschen Bank über eine Verwertung der Aktien. Der Axel Springer Verlag wird diesen Prozess im Sinne des Unternehmens unterstützen. Wie allen Beteiligten bekannt ist: Es gibt im Unternehmen klare Mehrheitsverhältnisse und eine unverrückbare Haltung zur Beibehaltung der Vinkulierung.“

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.