Bastei Lübbe übernimmt Boje / Verlagsleiter Ulrich Störiko-Blume „sehr glücklich“ über die Entscheidung

Die Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln übernimmt zum 1. Juli 2010 den Kinder- und Jugendbuchverlag Boje von der VEMAG AG, mit dem ihn bereits seit Januar 2009 eine Vertriebskooperation verbindet.

Mit dem Erwerb des Boje Verlags – u. a. verlegerische Heimat von James Krüss, Andreas Gößling, Hilke Rosenboom, Charlotte Link und Christiane Gohl – erweitert Bastei Lübbe sein Angebot im Kinder- und Jugendbuchbereich. Bereits seit 2009 gehört der Baumhaus Verlag zur Lübbe-Familie.

Ulrich Störiko-Blume

Die Programmverantwortung für Boje liegt weiter in den Händen von Ulrich Störiko-Blume, der gegenüber buchmarkt.de erklärte, er sei „sehr glücklich über die Entscheidung“. Zum einen kenne das Haus Lübbe den Boje Verlag bereits sehr gut aus der anderthalbjährigen Vertriebskooperation. Zum anderen wolle sich die VEMAG stärker auf das Kerngeschäft Nebenmarkt konzentrieren und habe daher einen Käufer für Boje gesucht.

Dabei sei Lübbe der „naheliegendste“ Partner gewesen. Störiko-Blume äußerte sich auch erleichtert, weil die Geschäftsleitung von Lübbe ganz klar eine Zukunft von Boje als weiterem Kinderbuchverlag neben Baumhaus sehe und die Eigenständigkeit von Boje erhalten wolle. Außerdem begrüße sie seine ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen.

Mit dem Verkauf von Boje an Lübbe beginnt nun wieder ein neues Kapitel in einer wechselvollen Verlagsgeschichte. 1932 von Hanns-Jörg Fischer in Berlin unter dem Namen Hanns-Jörg Fischer Verlag gegründet, veröffentlichte man zunächst vor allem Romane für Erwachsene. 1947 wurde der Verlag wiederbelebt – damals machte man die im Logo verwendete Boje zum Verlagsnamen, unter dem er seit 1949 als Kinder- und Jugendbuchverlag in Stuttgart weitergeführt wurde. 1971 wurde Boje Gesellschafter der jtu (Jugend-Taschenbuch-Union) und war damit einer der Gründungsverlage von dtv junior.

1983 wurde Boje an Pestalozzi verkauft. 1998 ging Boje mit Pestalozzi an die Egmont-Gruppe. 2002 erst erschien dann bei Boje unter dem Dach von Egmont ein Bilderbuch-Programm, das Mitte 2003 wieder eingestellt wurde. 2004 wurde Boje mit Pestalozzi an die VEMAG AG in Köln verkauft. Im Herbst 2006 erschien unter Leitung von Ulrich Störiko-Blume ein neues Programm, das zunächst in Vertriebskooperation mit Aufbau, ab 2009 in Vertriebskooperation mit der Verlagsgruppe Lübbe in den Handel kam. Bei Boje erscheinen derzeit ca. 60 Titel pro Jahr.

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