Berlin: Jutta Ditfurth präsentierte ihre im Ullstein Verlag erschienene Biografie von Ulrike Meinhof

Jutta Ditfurth und Verlegerin Siv Bublitz (v. l.)

Das Buch der Publizistin und Ex-Bundesvorsitzenden der Grünen Jutta Ditfurth, die heute u. a. im Frankfurter Stadtparlament sitzt und in der außerparlamentarischen Linken aktiv ist, dürfte in den nächsten Wochen für viel Gesprächsstoff sorgen.

Sechs Jahre lang habe die Autorin im In- und Ausland recherchiert, sagte Verlegerin Siv Bublitz bei der gestrigen Buchpräsentation im Musiksaal der Ullstein Buchverlage. Dabei sei sie auf viele bisher unbekannte Quellen gestoßen, die das Bild Ulrike Meinhofs in der Öffentlichkeit korrigieren oder zumindest ergänzen. In Ulrike Meinhof verdichteten sich einige Jahrzehnte deutscher Geschichte. Das mache das Buch deutlich.

Die Neugierde habe sie zu dem Buch getrieben, sagte Jutta Ditfurth im Gespräch mit Arno Widmann, dem Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau. Es habe so viele Legenden und Mythen gegeben, so viele „unglaublich dumme und törichte Klischees“. So hat Jutta Ditfurth herausgefunden, dass die Gründerin der RAF keineswegs aus einem antifaschistischen christlichen Elternhaus stammte, wie bisher immer angenommen wird. Tatsächlich habe ihre Familie mit dem NS-Faschismus paktiert.

Jutta Ditfurth hat Grundlagenforschung betrieben. Sie reiste an die Orte, an denen Ulrike Meinhof gelebt hat, klingelte auf der Suche nach Zeitzeugen an wildfremden Türen, durchforstete Archive. Unzählige Quellenangaben enthält sie dem Leser allerdings vor. Der Verlag habe aus rechtlichen Gründen von deren Veröffentlichung abgeraten.
ML

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