Betriebsversammlung in Rheda beim Bertelsmann Club: Club-Geschäfte werden bis Ende 2015 eingestellt

Das Ende einer Jahrhundert-Idee ist nicht mehr aufzuhalten: Soeben geht die Betriebsversammlung des Bertelsmann Clubs zu Ende, zu der auch die Mitarbeiter aus Berlin einbestellt worden waren. Wie wir im Januar schon exklusiv berichtet hatten [mehr…], werden zum Jahresende 2015 die Club-Geschäfte eingestellt, die die Keimzelle des Konzerns waren.

BuchMarkt-Heft 2/2014

Was die Mitarbeiter hören mussten: Die DirectGroup Germany hat gestern beschlossen, ihre deutschsprachigen Club- und Direktmarketinggeschäfte in den kommenden Monaten schrittweise einzustellen: „Aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Perspektive werden die Geschäfte der Bertelsmann-Tochter zum Jahresende 2015 geschlossen“. Damit zieht das Unternehmen die Konsequenzen aus der seit Jahren rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklung seiner Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einen ausführlichen Hintergrundbericht von Jürgen Christen über die wechselvolle und wichtige Rolle des Buchclubs in der deutschen Buchhandelsgeschichte hatte BuchMarkt im Februar-Heft d. J. gebracht – hier noch einmal zum Nachlesen: download(058 club story.pdf).

Fernando Carro, im Group Management-Committee von Bertelsmann unter anderem verantwortlich für die Club- und Direktmarketinggeschäfte, erläutert: „Die Entscheidung, unsere deutschsprachigen Club- und Direktmarketinggeschäfte einzustellen, ist uns nicht leicht gefallen. Trotz intensiver Versuche, das Clubmodell weiterzuentwickeln, hat sich nun im deutschen Markt gezeigt, dass das Geschäftsmodell des Clubs wirtschaftlich keine tragfähige Perspektive mehr hat. Zu der seit vielen Jahren abnehmenden Bindungsbereitschaft der Kunden kam in den vergangenen Jahren der tiefgreifende Wandel im Buchhandel hinzu. Diese Entwicklung haben wir trotz des erfolgreichen Ausbaus der Geschäfte an anderen Stellen und trotz vieler innovativer Konzepte unserer Kolleginnen und Kollegen leider nicht kompensieren können.“ 
 

Christoph Mittendorf

Christoph Mittendorf, Geschäftsführer der DirectGroup Germany, ergänzt: „Für uns steht in den kommenden Monaten nun der verantwortungsvolle und partnerschaftliche Umgang mit Mitarbeitern und Kunden im Mittelpunkt. Wir werden umgehend in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern eintreten, um gemeinsam möglichst schnell einen Interessenausgleich und Sozialplan zu entwickeln.“
 
Für die Kunden der Geschäfte der DirectGroup Germany ändert sich vorerst nichts: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, sie erhalten weiterhin Kataloge und können wie üblich ihre Bestellungen per Katalog, Website und Telefon aufgeben.
Die DirectGroup Germany fährt die Unternehmensgröße bereits seit einigen Jahren planvoll zurück, um der rückläufigen Geschäftsgröße Rechnung zu tragen. Im März 2014 wurde bereits die Schließung der Club-Filialen bekanntgemacht. In Deutschland gibt es aktuell 52 Filialen und eine hohe sechsstellige Anzahl an Club-Mitgliedern.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.