Campus Verleger Thomas Carl Schwoerer wieder mit traditionellem Jahresbericht: Mit 6,5 % plus gegen den Trend gewachsen / Kritik an Übersetzerforderungen

Diesen traditionellem Jahresbericht (einst von seinem Vater und Campus-Gründer erfunden) hat Campus Verleger Thomas Carl Schwoerer zum Auftakt des 30 jährigen

Thomas Carl Schwoerer

Jubeljahres an „Autoren-, Berater-, Gesellschafter-, Herausgeber- und MitarbeiterInnen“ geschrieben – und hier ist er (mit seiner Erlaubnis) für alle anderen nachzulesen.

Bericht zum Jahresende 2005

Liebe Freunde,

in unserem 30. Jahr können wir ein Umsatzwachstum im Buchhandel von 6,5 % gegenüber dem Vorjahr und schwarze Zahlen vorweisen – nicht die schlechteste Art, ein Jubiläumsjahr zu feiern. Verantwortlich dafür war eine stärkere Backlist als im Vorjahr – unser Verhältnis von Backlist zu Novitäten beträgt derzeit 45:55 % -, und einige starke Neuerscheinungen wie „Winning“ von Jack Welch, „Sei gut zu dir, wir brauchen dich“ von Horst Conen, „Wie wir leben werden“ von Matthias Horx und die zwölfbändige „Handelsblatt-Managementbibliothek“, die aus unseren inhaltlichen Substanzen besteht. Diese Bibliothek hat unsere Erwartungen durchaus erfüllt.

So waren die Renner, also die Umsatzgewinner 2005: Küstenmacher Simplify your life, Welch Winning, Conen Sei gut zu dir, wir brauchen dich, Küstenmacher Simplify your day 2006, Horx Wie wir leben werden, Gladwell Blink!, Sprenger Der dressierte Bürger, Handelsblatt Management Bibliothek, Seiwert Wenn du es eilig hast, gehe langsam, Roth Einfach aufgeräumt!, Stenger Warum fällt das Schaf vom Baum?, Fisher/Ury Das Harvard-Konzept, Becker Everybody’s Darling, everybody’s Depp, Sprenger Die Entscheidung liegt bei dir!, Küstenmacher Hörbuch: Simplify your life, Weidner Die Peperoni-Strategie, Püttjer/Schnierda Das große Bewerbungshandbuch, Knoblauch u.a. Ein Meer an Zeit, Küstenmacher Simplify your life – Endlich mehr Zeit haben, Münchhausen Wo die Seele auftankt, Doppler/Lauterburg Change Management.

Die Besten nach Absatzzahlen: Küstenmacher Simplify your life, Welch Winning, Küstenmacher Simplify your day 2006, Conen Sei gut zu dir, wir brauchen dich,
Seiwert Wenn du es eilig hast, gehe langsam, Becker Everybody’s Darling, everybody’s Depp, Stenger Warum fällt das Schaf vom Baum?, Küstenmacher Hörbuch: Simplify your life, Horx Wie wir leben werden, Sprenger Der dressierte Bürger, Gladwell Blink!,
Küstenmacher Simplify your life – Endlich mehr Zeit haben, Küstenmacher Simplify your life – Den Arbeitsalltag gelassen meistern, Roth Einfach aufgeräumt!, Püttjer/Schnierda Das große Bewerbungshandbuch, Seiwert Hörbuch: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam, Küstenmacher Simplify your life (alt), Küstenmacher Simplify your life: Küche, Keller, Kleiderschrank entspannt im Griff, Sprenger Die Entscheidung liegt bei dir!, Fisher/Ury Das Harvard-Konzept, Weidner Die Peperoni-Strategie.

Diese Renner schlagen sich nieder in den Marktanalysen der Gesellschaft für Konsumentenforschung: In den Segmenten Ratgeber und Sach-Hörbuch sind wir demnach Marktführer, bei Bewerbungs- und Wirtschaftsbüchern stehen wir an zweiter Stelle, und in Politik und Gesellschaft gehören wir zu den ersten acht.

Wesentlich war wieder das schöne Medienecho: Reinhard Sprengers Der Dressierte Bürger fand eine riesige Resonanz in der Presse, einschließlich Fernsehauftritten bei Sabine Christiansen und im ARD-Morgenmagazin. Im Wissenschaftsprogramm hat Nils Havemanns Fußball unterm Hakenkreuz für Schlagzeilen gesorgt, erstmals für ein Campus-Buch auch auf den Sportseiten. Christiane Stenger war mit ihrem Gedächtnistrainingbuch Warum fällt das Schaf vom Baum? in der NDR Talkshow
Herman & Tietjen und bei Stefan Raab TV Total zu Gast. Malcolm Gladwell hat 300 Teilnehmer zu seiner Veranstaltung in Frankfurt (mit Wolf Singer) während der Frankfurter Buchmesse angezogen, neben Auftritten in Berlin, Wien und Zürich. Sein Buch Blink! wurde in sämtlichen Leitmedien rezensiert. Auch Richard Layard hatte einen fulminanten Auftritt in Frankfurt für Die glückliche Gesellschaft, nachdem er allerdings auf dem Davoser Wirtschaftsforum schon vor Erscheinen des Buches etwas Pulver verschossen hatte.

Dies war außerdem das dritte Jahr, in dem es Preise und Ehrungen bei Campus hagelte: Jeremy Rifkin bekam als erster Campus-Autor den Corine Preis bei bundesweiter Fernsehübertragung für seinen Europäischen Traum. Malcolm Gladwell nahm den Wirtschaftsbuchpreis der Financial Times Deutschland entgegen für Blink! Patrick Barwise and Sean Meehans Simply better gewann den Buchpreis 2005 der American Marketing Association. Volkmar Siguschs Neosexualitäten erreichte Platz 4 der SZ-Bestenliste. Karin Zachmann wurde für Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht und Kalter Krieg in der DDR der Publikationspreis des Deutschen Museums verliehen. Die von Helmut Berghoff und Jakob Vogel herausgegebene Wirtschaftsgeschichte als Kulturgeschichte gewann Platz 2 von H-Soz-u-Kult im Wettbewerb um das beste Historische Buch in der Kategorie „Neueste Geschichte“. Jens Beckerts Das Unverdiente Vermögen wurde von der Neuen Juristischen Wochenschrift als Juristisches Buch des Jahres ausgezeichnet. Und Britta Konz erhielt den Hanna-Jursch-Preis für ihre Bertha Pappenheim-Biographie.

Andererseits bestand die Enttäuschung des Jahres für mich darin, dass unsere Autorin Naomi Klein mit ihrem neuen Buch 2007 zu einem anderen Verlag geht. Wir hatten uns auf unsere vertraglich zugesicherte Option verlassen und mussten dann erfahren, dass die Autorin zur größten amerikanischen Literarischen Agentur wechselte und dass diese nicht gewillt war, die Option zu erfüllen. Prompt befanden wir uns in einer Auktion mit zahlreichen anderen Verlagen und haben leider nicht den Zuschlag bekommen.

Die wichtigsten neuen Übersetzungen (soweit nicht schon im Frühjahrsprogramm 2006 angezeigt) sind: Berns Satisfaction, Calaprice Dear Professor Einstein, Conniff The Ape in the Corner Office, Dweck The Mindset Mystery, Glass Abzocke!, Ingram The Barmaid’s Brain, Larson Evolution, Neilson/Pasternack Erfolgsfaktor Unternehmens-DNA, Simon u.a. Gewinn statt Marktanteil, Walter Six Traits, Watkins The First 90 Days.

A propos: Der Übersetzerverband in der Gewerkschaft ver.di verlangt u.a. ein Viertel der Einnahmen aus Nebenrechten und wurde darin von dem einen oder anderen Richter in der ersten Instanz bestätigt. Damit erhielten die Übersetzer dann neben dem Garantiehonorar pro Seite und einer geforderten Beteiligung von 3% vom Ladenpreis zusätzlich zwei Drittel dessen, was ein Autor für ein Taschenbuch bekommt. Uwe Wittstock ist beizupflichten, der in der Welt fragte, „ob das tatsächlich ‚angemessen und redlich’ ist, wenn man bedenkt, dass der Schriftsteller ein garantiertes Honorar pro fertig gestellter Seite nicht kennt – und dass schließlich er es ist, der das Buch schreibt?“

Ich danke den MitarbeiterInnen für ihr großes Engagement im Jubiläumsjahr und Ihnen für Ihre beständige Mit- und Zusammenarbeit, wünsche uns selbige auch für die Zukunft und Ihnen, Ihren und unseren MitarbeiterInnen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

Ihr
Thomas Carl Schwoerer

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