Campus-Verleger Thomas Carl Schwoerer wieder mit traditionellem Jahresbericht

Thomas Carl Schwoerer

Diesen traditionellem Jahresbericht (einst von seinem Vater und Campus-Gründer Frank Schwoerer erfunden) hat Campus Verleger Thomas Carl Schwoerer (Foto) auch in diesem Jahr an „Autoren-, Berater-, Gesellschafter-, Herausgeber- und MitarbeiterInnen“ geschrieben – und hier ist er für alle anderen nachzulesen.

Liebe Freunde,

Mathias Döpfner wurde in der SZ mit dem spannenden Verdikt zitiert: »Das frühere Randgeschäft wird das neue Kerngeschäft.« Das gilt für große Medienhäuser wie die Springer AG ebenso wie für Anbieter von Fachinformationen wie etwa die Haufe Gruppe. Deshalb hat diese kürzlich den Traditionsverlag Schäffer-Poeschel gekauft: um mehr Content für ihre elektronischen Plattformen zu haben. Bei Campus bleibt die Verbreitung der Ideen unserer Autorinnen und Autoren das Kerngeschäft. Mit dieser Einschränkung wird Döpfners Aussage auf längere Sicht, aber in absehbarer Zeit, auch auf uns zutreffen – in Bezug auf digitale Felder und neue Geschäftsmodelle. Derweil bauen wir das Auto im Fahren um und werden unseren digitalen Anteil am Umsatz von derzeit 10 Prozent in den nächsten fünf Jahren verdoppeln – wenn nicht sogar schneller.

Nach dem Relaunch unserer Website und des dazugehörigen Newsletters im Herbst können wir unsere Kunden noch besser direkt erreichen – in einer Art und Weise, die perfekt in die heutige Zeit passt. Die Inhalte unserer Bücher, die wir dort vorstellen, reichern wir durch aktuelle redaktionelle Beiträge auch unserer Autoren an.

Im Wissenschaftssegment folgte der sehr erfolgreichen Sonderausgabe von John Darwin, »Der imperiale Traum«, der neueste Wurf des britischen Globalhistorikers: »Das unvollendete Weltreich. Aufstieg und Niedergang des Britischen Empire 1600 – 1997«. Als besondere Erfolge stachen in den Sozialwissenschaften Michael Hartmann »Soziale Ungleichheit – Kein Thema für die Eliten?«, Michael Hardt und Antonio Negri mit ihrer Streitschrift »Demokratie! Wofür wir kämpfen« sowie Volkmar Sigusch mit seinem Opus magnum »Sexualitäten. Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten« hervor. Beachtliche Aufmerksamkeit erzielten außerdem die Hartz-IV-Studie unter Federführung von Klaus Dörre »Bewährungsproben für die Unterschicht?«, das Lesebuch »Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte«, herausgegeben von Jürgen Zimmerer, sowie – erwartungsgemäß – Judith Butlers »Am Scheideweg. Judentum und die Kritik am Zionismus«.

Unsere Umsatz-Renner des Jahres 2013 sind: Nasher »Deal!«, Scherer »Schatzfinder«, Grünewald »Die erschöpfte Gesellschaft«, Gulder »Finde den Job, der dich glücklich macht«, Küstenmacher »Simplify your day 2014«, Morris »Krieg«, Stone »Der Allesverkäufer«, Gladwell »David und Goliath«, Dueck »Das Neue und seine Feinde«, Goldratt »Das Ziel«, Simon »Preisheiten«, Sprenger »An der Freiheit des anderen kommt keiner vorbei«, Buckingham »Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!«, Sprenger »Radikal führen«, Osterwalder »Business Model Generation«, Malik »Führen, Leisten, Leben«, Fisher/Ury »Das Harvard-Konzept«, Simon »Hidden Champions – Aufbruch nach Globalia«, Clark »Business Model You«, Doppler/Lauterburg »Change Management«.

Die Besten nach Absatzzahlen: Nasher »Deal!«, Küstenmacher »Simplify your day 2014«, Scherer »Schatzfinder«, Grünewald »Die erschöpfte Gesellschaft«, Gulder »Finde den Job, der dich glücklich macht«, Gladwell »David und Goliath«, Stone »Der Allesverkäufer«, Morris »Krieg«, Dueck »Das Neue und seine Feinde«, Sprenger »An der Freiheit des anderen kommt keiner vorbei«, Krämer »Kalte Enteignung«, Buckingham »Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!«, Sprenger »Radikal führen«, Malik »Führen, Leisten, Leben«, Osterwalder »Business Model Generation«, Fisher/Ury »Das Harvard-Konzept«, Scherer »Glückskinder«.

»Deal!« von Jack Nasher schaffte es auf Platz 26 der Spiegel-Bestsellerliste und auf Platz 3 der Wirtschaftsbestsellerliste des Handelsblatts. »Das Neue und seine Feinde« von Gunter Dueck stand auf Platz 8 der letztgenannten Liste, »An der Freiheit des anderen kommt keiner vorbei« von Reinhard K. Sprenger auf Platz 9. »Armut ist Diebstahl« von René Zeyer nahm Platz 8 der Wirtschaftsbestsellerliste des manager magazins ein, »Egorepublik Deutschland« von Edzard Reuter Platz 9. »Radikal führen« von Reinhard K. Sprenger stand auf Platz 1 der Liste von getAbstract.

Wichtig dafür war wieder das schöne Medienecho: Steffen Klusmann, ehemaliger Chefredakteur der FTD und nun des manager magazins, schrieb dort: »Schon nach dem Einstieg möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen«, und zwar über unseren Schnellschuss »Twitter. Eine wahre Geschichte von Geld, Macht, Freundschaft und Verrat« von Nick Bilton, das außerdem ganzseitig in der FAS vorabgedruckt und groß in der Literarischen Welt besprochen wurde.

Spätestens nach der Aufdeckung des Leiharbeiterskandals und dem Kauf der Washington Post durch Firmengründer Jeff Bezos war Amazon in aller Munde, und teilweise euphorische Rezensionen über »Der Allesverkäufer. Jeff Bezos und das Imperium von Amazon« von Brad Stone erschienen in Welt, WamS, SZ und FAZ. Der Stern brachte ein dreiseitiges Interview mit Malcolm Gladwell zu »David und Goliath«. Ian Morris schaffte es auch mit seinem zweiten Buch »Krieg. Wozu er gut ist« in ZDF Aspekte und mit einem vierseitigen Interview in den Spiegel. Jack Nasher war mit »Deal!« in TV Total, RTL Punkt 6 und 9, in der Abendschau im Bayerischen Rundfunk, in DAS! vom NDR und im Rundfunk bei SR 1, Berliner Rundfunk 91,4, Radio Eins RBB, SWR 1 und HR 3.

Zu »Preisheiten« von Hermann Simon erschienen ein fünfseitiger Beitrag im manager magazin und Besprechungen in Impulse und Werben & Verkaufen. »Maucher und Malik über Management« von Helmut Maucher und Fredmund Malik wurde in der FAZ rezensiert. Stephan Grünewald hat für »Die erschöpfte Gesellschaft« ganzseitige Interviews in der FAS und WamS und weitere große Interviews im Stern als Titelgeschichte mit großen Fotos, in Chrismon, Werben & Verkaufen und Wirtschaftswoche gegeben. Das Buch wurde abgebildet in Bunte, Für Sie und Myself. Der Autor trat im SWR-Fernsehen und im Deutschlandfunk auf und wurde bei Scobel in 3sat zitiert. Für »Kalte Enteignung« hat Walter Krämer ein vierseitiges Interview in Brand Eins und ein weiteres in der Wirtschaftswoche geführt. Das Buch wurde in FAZ und Handelsblatt rezensiert. Ebenfalls im Handelsblatt sowie auf Bild.de wurde »Schatzfinder« von Hermann Scherer besprochen. Weitere Rezensionen im Handelsblatt gab es für »14 – Der große Krieg« von Oliver Janz und »Das Neue und seine Feinde« von Gunter Dueck.

René Zeyer war mit »Armut ist Diebstahl« im SWR Nachtcafé. Susanna Filbinger-Riggert hatte für »Kein weißes Blatt« eine Titelgeschichte in der FAS, einen Auftritt bei ZDF-Aspekte, einen vierseitigen Bericht im Spiegel und Rezensionen in SZ und NZZ. Über »Hart, aber unfair« von Jens Weidner hat Cosmopolitan auf sechs Seiten berichtet. In der FAZ wurden sowohl dieses Buch als auch »Gemeinsame Spitze« von Kai Dierke/Anke Houben und »Der CEO-Navigator« von Jan Hiesserich besprochen. Und »Egorepublik Deutschland« von Edzard Reuter wurde ganzseitig im Handelsblatt vorabgedruckt, der Autor gab der Zeit ein Interview.

Im Wissenschaftssegment wurde »The Limits of Choice« von Sahra Wagenknecht in der FAS und im Freitag besprochen. Michael Hartmann war mit »Soziale Ungleichheit – Kein Thema für die Eliten?« bei Anne Will, in Titel, Thesen, Temperamente und gab ein zweiseitiges Interview im Stern. Das Buch wurde ganzseitig in der WamS sowie im Handelsblatt, im Tagesspiegel und in der Berliner Zeitung rezensiert und im Spiegel erwähnt.

Der von Fritz Backhaus, Liliane Weissberg und Raphael Gross herausgegebene Ausstellungskatalog »Juden. Geld. Eine Vorstellung« wurde ganzseitig in der FAS, FR und SZ rezensiert. »Kriege« von Barbara Kuchler wurde groß in der FAZ besprochen, die auch Jürgen Zimmerer (Hg.), »Kein Platz an der Sonne«, »Gewalträume« von Jörg Baberowski/Gabriele Metzler (Hg.), »Was kann und darf Kunst?« von Dagmar Fenner, »Der Süden als Vorreiter der Globalisierung« von Jean und John Comaroff und »Sexualitäten« von Volkmar Sigusch rezensierte. Die Tageszeitung besprach »Bewährungsproben für die Unterschicht?« von Klaus Dörre et al. und Jürgen Zimmerer (Hg.), »Kein Platz an der Sonne«. Die NZZ rezensierte die von Katharina Kucher, Gregor Thum und Sören Urbansky herausgegebenen »Stille Revolutionen« und das Handelsblatt »Chinas Kapitalismus« von Tobias ten Brink.

Dies war außerdem das elfte Jahr, in dem es Preise und Ehrungen bei Campus gab. Robert J. Shiller, einer unserer engagiertesten, bescheidensten und deshalb sympathischsten Autoren, zuletzt Autor von »Märkte für Menschen«, war der dritte Campus-Autor, der den Wirtschaftsnobelpreis bekam. »Radikal führen« von Reinhard K. Sprenger erhielt den getAbstract-Preis . »Der Allesverkäufer. Jeff Bezos und das Imperium von Amazon« von Brad Stone wurde als Financial Times/Goldman Sachs Business Book of the Year prämiert. Es zählte außerdem zusammen mit »Twitter« von Nick Bilton und »Das unvollendete Weltreich« von John Darwin laut Economist zu den besten Büchern des Jahres. »Das Neue und seine Feinde« von Gunter Dueck stand auf der Shortlist des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises. Für die »Hidden Champions – Aufbruch nach Globalia« bekam Hermann Simon den Prix Zerilli-Marimo der französischen Académie des Sciences Morales et Politiques in Paris. Ikujiro Nonaka, Koautor von »Die Organisation des Wissens«, erhielt den Lifetime Achievement Award der Thinkers 50 und wurde in die Thinkers 50 Hall of Fame aufgenommen. Hermann Simon und Fredmund Malik wurden von Managementdenker.de als zweit- bzw. fünfteinflussreichster Managementdenker im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Zu den vom Hamburger Abendblatt gekürten besten Karrierebüchern des Jahres zählten »Das Neue und seine Feinde« von Gunter Dueck auf Platz 1, »Deal!« von Jack Nasher auf Platz 6 und »Projekt-Safari« von Mario Neumann auf Platz 9. Micael Dahlén, Autor von »Nextopia«, wurde für den Business Professor of the Year Award des Economist nominiert. Und Barbara Stollberg-Rilinger, Autorin von »Rituale«, bekam den »Preis des Historischen Kollegs«, der als  »Nobelpreis« für deutschsprachige Historiker_innen gilt.

Meine Lieblingszeitschrift, The New York Review of Books, wurde 50. Beeindruckend die Aussage des 84jährigen Herausgebers Robert Silvers in der Literarischen Welt, dass sich Themen dringend anfühlen müssten, zwingend, »Aktualität interessiert mich nicht besonders … Ich will kluge Gedanken stärker machen. Das Wichtigste ist der Text, in dem sie stehen.«

Mein schönstes Erlebnis waren die vielen spannenden Gespräche und Begegnungen mit Autoren auf unserem Autorenfest, das so nebenbei mein Geburtsland Brasilien thematisierte. Wir werden es dieses Jahr wieder durchführen.

Meine größte Enttäuschung hat der Vater von Edward Snowden im Stern auf den Punkt gebracht: »Die NSA hat Millionen Telefonate und Metadaten deutscher Bürger abgefangen. Erst als bekannt wurde, dass auch die Telefonleitung der Kanzlerin abgehört wurde, war die Empörung groß genug. Ist deren Privatsphäre wichtiger als die aller anderen?« Dem kann ich nur beipflichten. »Bis heute wissen wir nicht, welcher Geheimdienst nach welchen Kriterien welche Daten abgreift und was damit alles geschieht«, sagte Noch-Telekom-Chef René Obermann im Handelsblatt. Und wo bleibt die Steuerung europäischer Daten innerhalb Europas statt über Asien oder die USA, von der Obermann sagt, die Anbieter könnten sie ohne großen technischen und finanziellen Aufwand bewerkstelligen?

Fürs Frühjahr 2014 freuen wir uns auf unseren Spitzentitel »Wenn Grenzen keine sind« des Bestsellerautors Fredmund Malik und neue Werke der bekannten Autoren Amy Chua, Micael Dahlén, Norman Doidge, Barbara Fredrickson, Richard Koch, Wilfried Loth, Hermann Scherer, Beate Westphal und vielen anderen mehr.

Ich danke den Mitarbeiter_innen für ihr großes Engagement und Ihnen für Ihre beständige Mit- und Zusammenarbeit, wünsche uns selbige auch für die Zukunft und Ihnen, Ihren und unseren Mitarbeiter_innen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

Ihr

Thomas Carl Schwoerer

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