CartoTravel-Betriebsrat: ADAC lässt Mitarbeiter im Regen stehen / 150 Arbeitsplätze weiter durch Verkauf an MairDumont bedroht / Zweiter Bieter würde eine langfristige Fortführung und Erhalt eines Großteils der Arbeitsplätze garantieren

„Die Belegschaft des ADAC-Tochterunternehmens unternahm gestern eine Sternfahrt zur ADAC-Hauptverwaltung nach München [mehr…], um mit einer Demonstration auf die Folgen der Verkaufsentscheidung aufmerksam zu machen“, heißt es in einer eben veröffentlichten Erklärung des CartoTravel-Betriebsrates.

„Nachdem vor dem Gebäude am Westpark mit Transparenten und einer Kundgebung die Argumente der weit über 100 Mitarbeiter deutlich gemacht wurden, erhielt eine 12-köpfige Delegation die Möglichkeit zu einem Gespräch mit der Geschäftsführung des ADAC-Verlags. Das Präsidium als Entscheidungsgremium hatte bereits letzte Woche jegliche Gesprächsbereitschaft abgelehnt.“

Die Delegation appellierte nochmals eindringlich an den ADAC, sich durch den Verkauf nicht aus der Verantwortung für die 150 Mitarbeiter zu stehlen, da dem Verein hinlänglich bekannt sein müsste, dass MairDumont das Unternehmen nicht fortführen und somit sämtliche Arbeitsplätze abbauen würde.

„Die ADAC-Verlags-Geschäftsführung, u.a. vertreten durch Hans Reuter, erklärte in dem Gespräch, der Verkauf sei ‚beschlossene Sache und unumgänglich’. Es gebe jedoch im Moment zwei gleichwertige Kaufinteressenten, von denen seit heute offiziell bekannt ist, dass es sich tatsächlich einerseits um die MairDumont-Verlagsgruppe, andererseits um eine Industrieholding handelt, die bereits ihr Interesse an der Fortführung von CartoTravel bekundet hat und eine Garantie für den Erhalt eines Großteils der Arbeitsplätze gibt, so die Presseerklärung des Betriebsrates. [mehr…]

Der Betriebsrat von CartoTravel äußerte völliges Unverständnis darüber, warum bei dieser Angebots-Konstellation MairDumont überhaupt noch weiter im Rennen ist: „Wir können uns nicht vorstellen, dass der ADAC sich nun für einen neuen Gesellschafter entscheidet, der offensichtlich alle Arbeitsplätze abbauen wird, während ein gleichwertiger Kaufinteressent die Fortführung des operativen Geschäfts mit einem Großteil der Mitarbeiter garantiert. Dies ist weder mit der Philosophie des ADAC zu vereinbaren, noch in der Öffentlichkeit glaubhaft zu begründen“ so Martina Rebscher, Betriebsratsvorsitzende von CartoTravel.

Morgen wird der ADAC in der Hauptverwaltung in München seinen Jahresbericht vorlegen. „Aus Sicht des Betriebsrates wäre es wünschenswert, wenn das Präsidium bei dieser Gelegenheit der Presse gegenüber begründet, warum bei den – vermutlich positiven – Bilanzen des ADAC e.V. dem Tochterunternehmen die vereinbarte Zeit von fünf Jahren des Sanierungsplans nicht gewährt, sondern dieser bereits nach zwei Jahren durch den Verkauf abgebrochen wird. Einem Verein mit einer solchen Wirtschaftskraft wie dem ADAC sollte es möglich sein, einem gerade im Sanierungsprozess befindlichen Unternehmen eine faire Chance zu überlassen und nicht seine soziale Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber zu vergessen. Alle Beschäftigten sind von der Zukunftsfähigkeit von CartoTravel überzeugt, da die Entwicklung des einstigen Landkarten-Verlages schon seit langem deutlich in die Richtung eines modernen Anbieters von Geo-Informationen geht“, schließt die Presseerklärung des Betriebsrates.

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