BBG-Aufsichtsrat und Vorstand des Börsenvereins beschließen: Abrechnungsgeschäft der BAG soll verkauft werden – aber noch wird nicht gesagt, an wen

Eine Nachricht zu später Stunde: Der Aufsichtsrat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft mbH (BBG) hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, das Abrechnungsgeschäft der BAG Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft an einen strategischen Partner zu verkaufen, wird eben bekannt.

„Dieser strategische Partner wird in Kooperation mit dem Börsenverein die BAG als Brancheninstrument mit zusätzlichen Finanzdienstleistungen im Sinne der Mitglieder weiterentwickeln“ heißt es in der eben verbreiteten Presseerklärung. Konkrete Angebote lägen vor. „Die Kooperation mit einem kompetenten strategischen Partner ist die optimale Entscheidung für die erfolgreiche Zukunft der BAG“, sagt Joachim Treeck, Aufsichtsratsvorsitzender der BBG.

Auch der Vorstand des Börsenvereins spricht sich für das Modell aus. „Das Clearinggeschäft der BAG ist für die Branche unentbehrlich. Die geplante Partnerschaft wird die BAG für die Branche entwickeln und das Angebot für unsere Mitglieder deutlich ausbauen“, sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins. Der Vorstand empfiehlt der Hauptversammlung, ihm in seinem Votum zu folgen. Die 185. Hauptversammlung des Börsenvereins wird am 11. Juni über die Zukunftsoptionen der BAG diskutieren.

„In seiner 352. Sitzung hatte der Vorstand des Börsenvereins die Bedingungen benannt, wie die Zukunft der BAG Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft gesichert und gestiegenen Kundenansprüchen entsprochen werden kann: Die Ansprüche der Teilnehmer am BAG-Abrechnungsverfahren sind über die Basisleistung des Clearings hinaus deutlich gewachsen. Mittlerweile werden weitere Produkte und Dienstleistungen wie Factoring, Forderungsabsicherung, Finanzdienstleistungen, moderne Schnittstellen und stärkere Information nachgefragt. Der Aufbau notwendiger Zusatzprodukte und Dienstleistungen sind Teil des strategischen Geschäftsentwicklungsplans der BAG, doch Finanzdienstleistungen wie Factoring, Delkredere und Kreditvergabe können nur durch strategische Partner aus dem Bankbereich erbracht werden. Die BAG selbst verfügt nicht über die notwendigen Lizenzen“, heißt es weiter in der Presseerklärung.

Aufsichtsrat und Börsenvereins-Vorstand haben heute die Option Weiterbetrieb der BAG durch die MVB mit signifikanten und risikobehafteten Investitionen abgelehnt und sich für die Übertragung des Abrechnungssystems auf einen strategischen Partner entschieden. Er soll die Geschäfte der BAG im Sinne der Mitglieder des Börsenvereins fortführen (u.a. Neutralität, Beibehaltung des Junktims, günstige Preisgestaltung für Mitglieder, Mitspracherecht des Börsenvereins), solide und finanzkräftig sein, Kompetenz im Abrechnungsbereich mit großem Abrechnungsvolumen haben und die Anforderungen der BaFin erfüllen.

Die Gespräche der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH mit möglichen strategischen Partnern befänden sich in der Endphase, heißt es. Unmittelbar nach Abschluss – voraussichtlich bis Ende des Monats – soll das Ergebnis der Verhandlungen und der neue Partner bekannt gegeben werden. Bis dahin darf gerätselt werden.

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