Volker Neumann zum Entscheid gegen das Kölner Modell

Die BAG-Vereinsspitze hat die Unterschrift zum „Kölner Modell“ verweigert [mehr…]. Im Gespräch mit buchmarkt.de erläutert BAG-Vereinsvorstand Volker Neumann den Schritt

Volker Neumann

Buchmarkt.de: Den Vertrag, der mit dem Kölner Modell ausgehandelt war, nicht zu unterschreiben, ist eine Provokation an den Börsenverein. Was ist passiert?
Neumann: Wir haben uns nur konsequent verhalten. In dieser Situation blieb uns nichts anderes übrig.

Wie liefen die Gespräche?
Einseitig. Es deutete sich auf den Buchhändlertagen ja an, dass die Funktionsträger da bereits eine eindeutige Haltung eingenommen hatten.

Wie fühlen Sie sich jetzt?
Ich fühle mich nicht gut. Denn ich bin mit einem anderen Ziel angetreten. Das Ziel wäre eine Mitwirkung beim Geschehen der BAG zu erreichen, das wäre für die Hygiene des Börsenvereins gut gewesen. Vor allem, da 90 Prozent der Mitglieder im Börsenverein auch BAG-Mitglieder sind.

Aber dann können sie ja auch über den Börsenverein die Geschicke kontrollieren.
Dem ist nicht mehr so, wenn die BAG als Bestandteil der BBG geführt wird, denn es gibt kein Aufsichtsgremium für die Branche, die mit eigenen Kompetenzen ausgestattet ist. Denn die Aufsichtsgremien der BBG sind mit Branchenfremden bestückt, das ist die andere neue Qualität, die auch von den Funktionsträgern so gewollt ist.

Das klingt, als sähen Sie Probleme bei dieser Qualität.
Die Probleme entstehen bei der fachlichen buchhändlerischen Gestaltung, die im Vordergrund stehen muss. Das Beste wäre, wenn das Mitglied nicht merkt, dass es da einen Übergang gegeben hat. Denn es ist unser Wunsch, dieses Instrument zu erhalten. Daher war auch unser Schritt notwendig. Denn sonst hätten wir eine dreijährige Hängepartie gehabt und am Ende hätte der Totalverlust der Anteile gedroht. Jetzt können die Mitglieder noch entscheiden.

Wie könnte sich der Börsenverein jetzt noch verhalten?
Unser Wunsch wäre, der Börsenverein setzt jetzt trotzdem noch einen Beirat ein, der aus Verlegern und Buchhändlern besteht, der mit echten Kompetenzen ausgestattet ist. Das wäre immerhin eine Einrichtung, die es bei MVB und AuM so nicht gibt.

Die Fragen stellte Matthias Koeffler

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