DTV-Verleger Wolfgang Balk bringt Idee einer Neuauflage der Bücher der 19 ins Gespräch / Elke Heidenreich liest Verlegern die Leviten

Das Jahr hat gerade erst angefangen und hatte schon in der gestrigen Jahrestagung der AG PUBLIKUMSVERLAGE schon einen Höhepunkt, der an Qualität, Unterhaltungswert und Beteiligung (Rekord: 260 Anmeldungen, fast alle gekommen) in

Dr. Arnulf Conradi

in diesem Jahr kaum zu überbieten sein wird. Und auch nicht an Emotionen: Einer der Highlights etwa war eine couragierte Elke Heidenreich, die im gerammelt vollen Saal wortgewandt einen vehementen Schlusspunkt der Tagung setzte. Sichtlich engagiert warb sie für mehr Glaubwürdigkeit und mehr Redlichkeit in der Zusammenarbeit beim gemeinsamen Ziel um den Leser.

Begeistert wurde applaudiert für einen witzigen und sichtbar gründlich vorbereiteten und durchdachten Vortrag, den man von der populären Vorleserin der Nation (eine Rolle, in der sie sich, so ehrlich ist sie, glaubhaft wohl und richtig besetzt sieht) wohl auch erwartet hatte.

So hielten alle bis zum Schluss einer fulminanten Tagung aus, die den Verlegern im Saal die Augen geöffnet hatte (Campus-Autor Tim Renner etwa im Frage- und Antwort-Spiel mit seinem Verleger: „ Macht nicht die Fehler der Musikindustrie, ignoriert nicht die Folgen der Digitalisierung“), aber wohl auch eine neue Diskussionsrunde im Verhältnis zu den Barsortimenten einläutete:

Zum Abschied seiner Verlegerkarriere analysierte Ex-Berlin-Verleger Dr. Arnulf Conradi die Situation der Verlage heute und den Druck, unter dem sie stehen. Ohne

Billig Buch Forum: Konsequenzen erforschen

Not hätten die Verlage über die Jahre viele Pfründe aus der Hand gegeben; heute stehe man mit dem Rücken zur Wand, ohne weiteren Spielraum – und durch mangelnde Solidarität laufe man Gefahr, noch mehr an Gestaltungsmöglichkeiten zu verlieren. Sein geschliffener Vortrag zeigte mehr als deutlich, auf welche Stimme die Buchbranche verzichten müsste, falls er sich wirklich ganz ins Privatleben zurück zöge. Bewegender Lohn: Minutenlanger Beifall, der nicht enden wollte.

Langen Applaus bekam auch Volker Neumann, der scheidende Messedirektor, dem Campus-Verleger Thomas Schwoerer vom Podium aus ausdrücklich für seine Verdienste um die Verlage dankte. Neumann war sichtlich bewegt, zu Recht.

Großen Raum nahm erwartungsgemäß das von Helge Malchow gut vorbereitete Forum (s.Foto) mit Wolfgang Balk, Georg Rieppel und Dr. Maximilian Hugendubel über den „Boom der Billigbücher“ ein – die immerhin mit 5 Prozent zum

Volker Neumann

Hugendubel-Umsatz beitragen. Dr. Hugendubel: „Der Handel braucht solche Events und den Werbedruck, der uns neue Kunden bringt.“ Ob das wirklich der Fall ist soll jetzt in einer Studie (Wunsch des Plenums) erforscht werden. Und Wolfgang Balk apellierte nicht nur an mehr Solidarität unter den Verlagen, sondern auch daran, das es jetzt wohl Zeit sein, an eine Wiederholung eines Modell wie vor vielen Jahren die „Bücher der 19“ zu denken: „Wir dürfen uns unser Handeln nicht von Brachenfremden vorschreiben lassen und müssen selbst Modelle entwickeln, wie wir gemeinsam Werbedruck erzeugen können.“

Jede Wette: Die nächste AG PUB Jahrestagung am 11/12.1.2006 wird schon jetzt in vielen Kalendern als unverzichtbarer Termin eingetragen. Und aufgefallen ist natürlich, wer nicht da war…

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