Adobe könnte mit seinem neuen Programm Digital Editions den Standard für E-Books setzen

Der Softwarekonzern Adobe, der seit dem Kauf seines Konkurrenten Macromedia vor gut zwei Jahren eine nahezu monopolistische Stellung im Bereich der Software für Graphik, Druckvorstufe und Publizieren jeder Art einnimmt (InDesign, Photoshop, Illustrator, GoLive), hat letzte Woche sein Programm Adobe Digital Editions www.adobe.com/products/digitaleditions/ zum kostenlosen Herunterladen freigegeben.

Adobe möchte damit nach eigener Aussage eine Applikation anbieten, die das Kaufen, Verwalten und Lesen von E-Books und anderen digitalen Publikationen vereinfacht. Das englischsprachige Programm befand sich bereits einige Monate im Beta-Test. Im Vergleich zum bereits weitverbreiteten, gut 90 MB großen Adobe Reader soll es sich bei Digital Editions um ein kleines (3 MB) und komfortables Werkzeug handeln, das einfach zu bedienen sein soll. Wie die „Light Version“ des Readers, soll Digital Editions permanent verbessert und kostenlos über das Web distribuiert werden. Noch im Lauf diesen Jahres sollen Versionen in Französisch, Deutsch, Italienisch, Chinesisch und Japanisch folgen.

Ganz ähnlich, wie es Adobe schon mit dem Reader gelungen ist, für PDF-Dokumente, dem gängigen digitalen Format für die Druckweiterarbeitung von Publikationen, einen Standard zu setzen, könnte dies auch mit dem neuen E-Book-Reader gelingen. Die Voraussetzungen, freie und schnelle Distribution über das Web und kostenlose Abgabe, sind gegeben. Auf alle Fälle hat sich Adobe rechtzeitig vor dem Erscheinen der vielen neuen E-Book-Lesegeräte, die allenthalben auf den Markt kommen sollen, in eine gute Ausgangsposition gebracht. Neben [Sony soll übrigens auch Amazon, so berichtete „Publishers Weekly“, an einem eigenen E-Book-Gerät arbeiten www.publishersweekly.com/article/CA6454467.html.
STEFAN BECHT
stefan@stefanbecht.de

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