Ernst Klett AG bietet ab Montag zweite Unternehmensanleihe „Bildungswertpapier II“ an

Pressereferentin Karen Rehberger,
Finanzvorstand Arthur Zimmermann

In der heutigen Pressekonferenz der Ernst Klett AG im Presseclub in Frankfurt am Main kündigte Arthur Zimmermann, Finanzvorstand der Ernst Klett AG, die zweite Unternehmensanleihe an [mehr…]. Sie wird ab Montag, 15. Juni, gezeichnet werden können, ist auf fünf Jahre zu einem jährlichen Zinssatz von sieben Prozent ausgelegt und in einer Stückelung/Mindestanlage von 1.000 Euro festgelegt.

Klett hat in den vergangenen Jahren bekanntlich gute Erfahrungen gesammelt: 2005 hat der Verlag mit dem Bildungswertpapier I, einer Inhaberschuldverschreibung in Höhe von 30 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren, den Weg in den Kapitalmarkt beschritten. Grundstein für die Emission der Anleihen ist die vor 18 Jahren eingeführte Mitarbeiterbeteiligung. „Mitarbeiter und Autoren bekommen seither erfolgsabhängig ihr bei Klett angelegtes Geld verzinst. Die Resonanz war und ist überwältigend. Keiner gibt seine Papiere zurück“, konstatierte Arthur Zimmermann.

Dennoch ist es ungewöhnlich, in einer solchen Marktphase über Wachstum zu sprechen und für dessen Finanzierung nach Investoren zu suchen. In Gesprächen mit Banken wurde deutlich, dass diese zwar kurzfristig günstige Kredite anbieten, sich langfristig jedoch nicht binden wollen. Selbstverständlich sind die Hausbanken des Unternehmens über die Anleihe informiert, geben das sogar als Tipp an ihre Kunden weiter.

Die Bilanz des Unternehmens für das Jahr 2008 spricht für sich: der Umsatz stieg auf rund 439 Millionen Euro, das sind 3,1 Prozent mehr als 2007. Das Ergebnis erhöhte sich auf 14,7 Millionen Euro (42,5 Prozent mehr), der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf 18,6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag mit 43,9 Prozent auf einem sehr hohen Niveau. Die Gesellschafter haben 20 Millionen Euro Darlehen im Unternehmen und erhalten ähnliche Konditionen wie die Anleger.

Die Klett Gruppe ist mit ihren 60 Unternehmen an 42 Standorten in 18 Ländern das größte Bildungsunternehmen Deutschlands. Etwa 2.900 Mitarbeiter sind im Unternehmen, das seit 1897 im Familienbesitz besteht, beschäftigt – 600 mehr als vor fünf Jahren.

Trotz gegenwärtig stagnierender Schülerzahlen behauptet sich Klett im Schulbuchmarkt und verstärkt seine Anstrengungen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung. Als Beispiele nannte Zimmermann die Gründung der „Apollon Hochschule der Gesundheitswissenschaft“ 2005 in Bremen und die Gründung der „DUW – Deutsche Universität für Weiterbildung“ in Berlin, die im kommenden Herbst ihren Betrieb aufnehmen wird. Auch das „FORUM Institut für Management GmbH“ in Heidelberg gehört in diesen Bereich.

In der anschließenden Fragerunde kamen die Auslandsaktivitäten des Konzerns zur Sprache. Zum Teil erschwert die schwankende Währungsstabilität in den Ländern Osteuropas die Bedingungen. Trotzdem ist die Zahl der Länder, in denen sich Klett engagiert, von 12 im Jahr 2004 auf 18 gestiegen.

Nach den neuesten Zahlen aus diesem Jahr befragt, wies Zimmermann auf die Eigenheiten des Schulbuchmarktes hin; hier können erst im August bzw. September Zahlen vorgelegt werden. Allerdings geht das Unternehmen davon aus, die Zahlen von 2008 bestätigen und stabilisieren zu können.

Das zunächst auf 30 Millionen festgesetzte Bildungswertpapier II ist auf 50 Millionen aufgestockt worden. So können auch Zeichner der ersten Anleihe partizipieren.

JF

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