Erste Könemann-Titel auf dem Markt? / Vorwürfe an den Insolvenz-Verwalter / Angebot der Auffanggesellschaft nicht angenommen

Nun sieht es doch so aus, als würden wenigstens zehn Prozent der Könemann-Produktion auf den Markt kommen. In Halle 3.0, A 105 sind rund 100 Könemann-Bücher zu besichtigen, die demnächst zum Verkauf kommen könnten. Denn der Insolvenz-Verwalter hat das Angebot einer geplanten Auffanggesellschaft, an der sich das Haus Langenscheidt, Ludwig Könemann und Großkunden aus dem Ausland beteiligen wollten, nicht angenommen, und will lieber wenigstens die Titel vermarkten, bei denen es keine Lizenz-Probleme gibt. Das ist geschätzt allerdings nur weniger als zehn Prozent der gesamten Könemann-Produktion, für die insgesamt 16.000 Einzelverträge abgeschlossen wurden. Bei der Vermarktung soll Christoph Heel als Berater helfen, an dessen Stand die Bücher untergekommen sind.
Mit diesem Entschluss hat der Insolvenz-Verwalter Dr. Groß allerdings nicht nur die Kritik der verbliebenen 18 Könemann-Mitarbeiter (von früher 240) auf sich gezogen. Auch alle Kenner der Szene sind einheitlich der Meinung, dass das Angebot der Auffanggesellschaft auf Dauer besser gewesen wäre als jetzt das Verschleudern von erstklassiger Substanz. Hauptkritik: Der Insolvenz-Verwalter denke nur an seine beträchtlichen Tagesgagen, was er durch sein bisheriges Verhalten bewiesen habe. Er habe das Procedere zu lange hingezogen – nur einen Tag aber habe er dagegen der Auffanggesellschaft Zeit gegeben, ihr Angebot juristisch zu formulieren. Der dringende Termin: sein Urlaub.
Es ist damit zu rechnen, dass es jetzt zu weiteren Auseinandersetzungen kommt. Man rechnet mit einer baldigen Stellungnahme des von Langenscheidt eingesetzten Geschäftsführers Claus U. Schmidt, der von Groß entlassen worden war.
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