Kongress der Deutschen Fachpresse hat begonnen: „Die Krise ist vorbei, aber der strukturelle Wandel schreitet schneller voran“

Karl-Heinz Bonny

Soeben hat Karl-Heinz Bonny den Kongress der Deutschen Fachpresse eröffnet. Der Sprecher der Deutschen Fachpresse und Hauptgeschäftsführer Landwirtschaftsverlages] stellte das Motto vor: „Den Wandel nutzen – Geschäfte ausbauen“, ein Motto, das deutlich offensiver in Zukunft blickt als noch in den letzten Jahren.

„Die Zeiten sind spannend und für unsere Branche wie lange nicht, die Märkte sind in Bewegung, Print verändert sich unter hohem Druck, digital wächst stürmisch und fassettenreich“, sagte Bonny. Im Vorfeld habe man sich gefragt, ob man jetzt schon über den Ausbau von Geschäften nachzudenken könne. Das sei aber heute mehr denn je, die Maxime für erfolgreiche Medienunternehmen gilt. „Wir sollten den Wandel zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder nutzen. Die Krise ist wohl vorbei, aber der strukturelle Wandel schreitet schneller voran“, so Bonny.

Mutiges Motto: Die schwierigen Zeiten sind vorbei, jetzt muss
der Wandel bewältigt werden

Auch Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse sieht die Branche im Aufwind. Die Anmeldungen zum Kongress seien stabil und erreichen die gleiche Höhe wie in den letzten Jahren. „Die Umsätze bei den Verlegern waren im ersten Quartal deutlich nach oben gerichtet, allerdings trauen viele Verleger dem langsamen Aufschwung noch nicht“, sagte er gegenüber buchmarkt.de. Hinzu komme der Medienwandel, der den Verlegern klar mache, dass die Anzeigenerlöse in Print der Vergangenheit angehören. Nun suchen die Verleger nach neuen Modellen.

Letztes jahr wuchs der Branchenumsatz um 0,8 Prozent auf insgesamt 3,03 Milliarden Euro und liegt damit immer noch 100 Mio. Euro unter dem jemals besten Ergebnis. Im Vorjahr mussten die Verlage noch einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent hinnehmen. Offensichtlich ist dabei, dass vom Internet nicht erwartet wird, dass dort die Erlöse wieder erreicht werden können. Deshalb müssen neue Ideen für neue Erlösquellen generiert werden.

Entsprechend lautet auch die Überschrift zum folgenden Vortrag von Peter Gerdemann, Director of Brand System & External Relations bei IBM Deutschland: „Ändere das Spiel“. Dem folgt Stephan Scherzer, der vorstellt wie sich „neue Geschäftsfelder erschließen und ausbauen“ lassen. Und Dr. Ulrich Hermann von Wolters Kluwer stellt am praktischen Beispiel seines Unternehmens vor, wie sich ein Fachverlag zum Informationsdienstleister wandelt.

Am Nachmittag wird Nils Müller, CEO bei TrendONE, die Medienwelt 2021 vorstellen, bevor Kristina Rühr über die Leser als Forschungspartner berichtet. Schießlich folgt eine Podiumsdiskussion, die sich vor allem mit der neuen Nähe zum Kunden beschäftigt.

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