FAZ stellt alle Beteiligungen auf den Prüfstand / Strategische Partner gesucht für DVA und andersartige Beteiligungen

Die Gerüchte laufen schon länger um: Die FAZ wolle sich im Rahmen ihrer Konzentration auf ihr Kerngeschäft von allen Beteiligungen trennen, also wohl auch im Buchbereich von der 50 prozentigen Beteiligung an der Buchhandelskette Habel oder den Buchverlagen, vornehmlich also Kösel, Manesse und sogar von ihrem renommmierten Buchverlagsflaggschiff DVA.

Jetzt verdichten sich die Informationen, dass es darüber schon Gespräche gibt, ohne dass Entscheidungen gefallen sind. Als sicher gilt, dass die jetzige FAZ-Geschäftsführung alle Optionen prüft, welche Beteiligungen ausserhalb des Kerngeschäftes Zeitung künftig noch sinnvoll sind und dass man deshalb z.B. für die Buchverlage „strategische Partner“ sucht. Das schliesst auch die Option „Verkauf“ nicht aus. Das jedenfalls ist in Mitarbeiterversammlungen in München und Stuttgart mehr oder weniger offen angesprochen worden.

Der Hintergrund ist klar: Wie auch die konkurrierenden Zeitungsverlage fährt die FAZ derzeit angesichts sinkender Anzeigenerlöse einen rigiden Sparkurs. Trotz deutlich besserer Rücklagen als ihre Wettbewerber und einer ebenfalls mit über 50 % überdurchschnittlichen Eigenkapitalquote will sich die FAZ aber wohl vom Expansionskurs des im Juli verstorbenen langjährigen Geschäftsführers Hans-Wolfgang Pfeifer trennen, weil dessen über die Jahre zusammengekauftes Firmenkonglomerat von Druckereien, Dienstleistern, Buchverlagen und auch die Beteiligung an Habel keine echten Synergieeffekte erkennen lasse.

Dass die neue FAZ-Geschäftsführung den Sparkurs ernst nimmt, ist hinlänglich bekannt: Um die 200 Mitarbeiter sollen allein bei der FAZ gekündigt werden; die renommierten Berlin-Seiten sind eingestellt wie auch das Anzeigenblatt Sunny.

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